Bio, regional, fair: Lokale Identität auf sechs Seiten

Schüler erarbeiten „Einkaufsführer“

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Max Wetzel und Jessica Bethge (v.l.) interviewten Heidrun Frobel und Ulf Dähnrich am gestrigen Tag der Präsentation.

Stendal. Drei Aspekte unter einen Hut zu bekommen, die sich „bio“, „regional“ und „fair“ nennen, ist nicht immer einfach. Das weiß Ulf Dähnrich, welcher in Stendal einen Naturkosthandel betreibt, aus der beruflichen Erfahrung heraus.

„Regional und bio sind im Einklang in der Altmark eher die Ausnahme. “ Kunden möchten eine kontinuierliche Versorgung. Die Mengen seien allerdings in der näheren Umgebung nicht vorhanden. „Das ist die Crux. “.

Dass die Altmark kein ganz weißer Fleck bezüglich der genannten drei Attribute ist, zeigt der „Einkaufsführer für den nachhaltigen Lebensmitteleinkauf im Landkreis Stendal“. Das sechs Seiten starke Produkt mit dem langen Titel ist „eure Arbeit, die ihr in den Händen haltet“, lobte gestern Lisa Zander die Schüler der 10a der Stendaler Diesterweg-Sekundarschule. Sie vertrat Ulrike Bürger, die, als die Jugendlichen der aktuellen zehnten Klasse noch die Neunte besuchten, das Broschüren-Projekt begleitete. Dies im Auftrag des Vereins „Eine Welt Netzwerk Sachsen-Anhalt“ tat und momentan die Elternzeit genießen darf.

21 Punkte kennzeichnen den Flyer, welcher im Landkreis Stendal als Wegweiser fungieren soll. Diese sind in Kategorien wie „Naturkost Fachhandel“, „Weltläden und Fair-Handels-Gruppen“, „Regionale Obst- und Gemüsehändler“ oder auch „Verarbeitungs- und Vermarktungsbetriebe“ unterteilt. 16 regionale Obst- und Gemüsehändler mit dem Status „Direktvermarkter“ schafften es in die Broschüre. Dazu zählen einige Spargelbauern, ein Edelpilzzüchter, oder auch Ökolandwirte, die Wurst, Eier oder auch Getreide produzieren.

Neben den Fragen, was „bio“ sei, was das „Regionale“ ausmache und wie viel Fleisch gegessen werde, beschäftigten sich die Schüler während des Projektes auch mit der Frage, wann eine Mango eigentlich als „fair“ bezeichnen sei. Fairer Handel ist seit 1993, als Heidrun Frobel den heutigen Weltladen der Evangelischen Stadtgemeinde Stendal übernahm, ein Thema in der Hansestadt. Im Gespräch mit ihr erfuhren die Projektteilnehmer, Elternvertreter und Schülersprecher gestern noch einmal, welcher Ansatz hinter diesem „Fairsein“ steckt. „Wir wollen, dass nachhaltig produziert wird und dass bessere Lebensbedingungen für die Produzenten erreicht werden.“ Eine Aussage, die sicherlich noch einmal unterstrich, was die Jugendlichen während der Projektarbeit im vergangenen Schuljahr erfahren hatten.

Eine weitere Fragen am Ende: Wo gibt es die sechs Seiten, die in Zusammenarbeit der Schule, des Netzwerkes und des Landkreises entstanden sind? „Der Einkaufsführer ist erhältlich an „bio-regional-fairen“ Einkaufsorten, öffentlichen Stellen (zum Beispiel Bibliotheken) sowie im Eine Welt Netzwerk“, informierte die Schülerschaft während der Ergebnispräsentation.

Von Alexander Postolache

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