Projekt des Vereins „Lebendige Steine“ soll Förderung erhalten / Diskussion im Kreistag

Schmiede sucht Stadtsee-Talente

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Die Bewohner des Stadtseegebietes haben mit vielfältigen sozialen Belastungen wie etwa Suchterkrankungen, Armut oder früher Elternschaft zu kämpfen. Das Projekt „Talentschmiede“ will Jugendlichen eine Perspektive aufzeigen.

Stendal. Sie richtet sich primär an Kinder und Jugendliche, die in einem bildungsbenachteiligten Umfeld aufwachsen. Mitten im Stadtseegebiet an der Heinrich-Zille-Straße liegt die „Talentschmiede“.

Wie der Name schon sagt, sollen hier junge Altmärker unterstützt werden, die etwas besonders gut können und im familiären Rahmen nicht die nötige Unterstützung erhalten. „Es ist darauf ausgerichtet, Benachteiligungen abzubauen und die Chancen der Kinder zu verbessern“, heißt es in einer Beschlussvorlage des Landkreises. Dieser will sich anlässlich seiner Sitzung am Donnerstag, 1. September, mit der karitativen Einrichtung befassen. Es geht um die weitere Förderung des Projektes.

Die „Talentschmiede“ ist als Projekt Teil des Vereins „Lebendige Steine“, welcher bereits seit 1998 im Stadtseebereich aktiv ist. Auch der Jugendclub „Eckstein“ hat hier sein Domizil. „Wir sind mittendrin im Quartier und fühlen uns am richtigen Fleck“, heißt es vonseiten der Organisatoren. Da viele Eltern sozial benachteiligter Kinder und Jugendlichen selbst mit den Herausforderungen ihrer oft prekären Lebenssituation zu kämpfen haben, fehlen den jungen Menschen oft Erwachsene, die sie fördern und unterstützen. Ihnen fehlen die materiellen Möglichkeiten, eine Freizeitbeschäftigung auszuüben oder eigene Fähigkeiten zu entdecken.

Im Stadtseegebiet haben die Menschen mit vielfältigen sozialen Belastungen zu kämpfen wie etwa Arbeitslosigkeit, Suchterkrankungen, Armut, frühe Elternschaft, Bildungsferne. Der Beschluss des Kreistages sieht die Förderung der Einrichtung für einen festgelegten Zeitraum von einem Jahr fest. Bis zu 54 300 Euro stünden dafür an Haushaltsmitteln zur Verfügung.

Oft haben die Jugendlichen durch ihre Sozialisation keine Möglichkeiten, über den Tellerrand zu blicken und die Möglichkeiten für ein gelingendes Leben zu entdecken. So kann die Lebensrealität der Kinder und Jugendliche oftmals an Defiziten orientiert sein. Darüber hinaus sind feste Bezugspersonen außerhalb ihrer Herkunftsfamilie, die sie eine Zeit in ihrem Leben begleiten und beraten, unerlässliche Faktoren, um ein gesundes Aufwachsen unter herausfordernden Bedingungen unterstützen zu können.

„Ziel ist es, über die Basismitarbeiter mit mindestens 250 unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen“, so der ambitionierte Plan der Macher. Die „Talentschmiede“ will als Vertrauensperson mit Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil in Verbindungtreten und sie von den Angeboten der Einrichtung begeistern. Gruppen- und Einzelangebote sollen vor Ort ermöglicht werden und die regionale Förderung und Ideenfindung etablieren. Durch gemeinschaftliche Aktionen sollen besondere Höhepunkte erlebt werden, so die Initiatoren.

Von Mike Höpfner

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