Fast sechs Prozent der Deutschen beeinträchtigt / Quote in Sachsen-Anhalt unter dem Durchschnitt

Schlafstörungen durch Facebook und WhatsApp

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Allein in Sachsen-Anhalt begeben sich 100 000 Menschen wegen Schlafstörungen in Behandlung. Schuld ist unter anderem das abendliche Surfen auf Facebook & Co. 

mei Altmark. Wer vor dem Schlafengehen am Computer spielt, E-Mails abruft oder noch einmal einen Blick auf Facebook oder WhatsApp wirft, braucht sich über Probleme beim Einschlafen oder sogar Schlaflosigkeit nicht zu wundern.

Experten machen dafür unter anderem die blauen Wellenlängen des Lichtes verantwortlich, mit denen LEDs, Tablets, Laptops oder Handys beleuchtet werden. Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen – allein in Sachsen-Anhalt begeben sich deshalb 100 000 Menschen in Behandlung, hat eine Studie zum heutigen „Tag des Schlafes“ ergeben.

Anspannung ist danach die häufigste Ursache. Auch warme Sommernächte führen dazu, dass viele Menschen Schlafprobleme haben oder über Tagesmüdigkeit klagen. Am „Tag des Schlafes“ – bezeichnender Weise am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni – soll deshalb dem Thema Schlaf mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Fast sechs Prozent aller Deutschen haben so starke Schlafstörungen, dass sie ärztliche Hilfe benötigen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Barmer GEK-Arztreports 2016. Somit klagen mehr als 4,5 Millionen Bundesbürger über dauerhafte Probleme beim Ein- oder Durchschlafen und bekamen 29 Millionen Packungen Schlaf- und Beruhigungsmittel verschrieben. Schlafstörungen nehmen stetig zu: 2009 klagten 4,5 Prozent der Versicherten beim Arztbesuch über Schlafstörungen, mittlerweile liegt der Wert um ein Drittel höher.

Erfreulich: Sachsen-Anhalt hat im bundesweiten Vergleich den niedrigsten Wert. Zwischen Arendsee und Zeitz klagen nur 4,6 Prozent der Versicherten über Schlafstörungen.

Hohe Belastungen in Familie, Schule und Beruf führen fast zwangsweise zu schlaflosen Nächten. Die Anspannung sorgt nicht nur für hohen Blutdruck, sondern lässt die Gedanken im Kopf ununterbrochen kreisen. Experten raten zu Entspannungstechniken. Sie lösen zwar nicht unmittelbar die Ursache, doch helfen sie dabei, einen klaren Kopf zu bekommen, um besser abzuschalten. Neben Yoga sei autogenes Training oder progressive Muskelentspannung hilfreich. Oft helfe auch ein kurzer Spaziergang oder beruhigende Musik, um die Anspannung los zu werden.

Um gut in den Schlaf zu finden, sollte man schon 30 Minuten vor dem Schlafengehen zur Ruhe kommen. Der Körper kann so runterfahren und sich auf die Schlafphase einstellen.

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