Auch nach Eingeständnis der Grünen-Kandidatin Dalbert wollen die Umweltschützer weiter klagen

„Schlacht um A 14“ ist dem BUND „wurscht“

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Zankapfel A 14: Die Kehrtwende der Grünen hält den BUND nicht von weiteren Klagen ab.

kah Stendal. Wenn es nach der Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Dalbert geht, ist die „Schlacht“ um die Autobahn 14 „verloren“. Die „Schlacht“ findet seit Jahren auch in Gerichtssälen statt, weil gegen jeden Meter geklagt wird – vom BUND.

Die Grünen lieferten dazu bisher wertvolle politische Lobby. Die steht nun infrage. Dalbert hat damit den Stendaler Kreisverband der Grünen verwirrt, der Umweltschutzorganisation BUND hingegen ist die Kehrtwende egal.

Oliver Wendenkampf, Landesgeschäftsführer des BUND, kommentiert Dalberts Aussage so: „Mir ist das wurscht.“ Er bleibe dabei, dass man auf rechtlicher Basis gegen die Autobahn kämpfen werde. Dass ein politischer Unterstützer ausgerechnet im Wahlkampf seine Meinung ändert und damit ein wertvoller Teil der Lobby wegbricht, interessiert ihn nicht. „Selbst wenn die Bevölkerung sagt, man solle Gesetze nicht einhalten, werden wir uns weiter für die Einhaltung von Recht einsetzen.“ Fazit: Der BUND werde weiter klagen, wo er kann.

Die Grünen des Kreisverbandes Stendal derweil sind überrascht. „Wir sind erstaunt über diese Äußerung von Dalbert“, sagt David Elsholz, Vorstand des Verbandes. Er räumt zwar ein: „Es ist Stand der Dinge, dass die Autobahn durchgesetzt wird“, aber dennoch werde der Kreisverband nicht davon abrücken, dass der Ausbau der Bundesstraße 189 die bessere Alternative sei.

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) begrüßt Dalberts Aussage: „Späte Einsichten sind besser als keine.“ Allerdings habe sie sich in einen Gegensatz zum eigenen Wahlprogramm gesetzt. Dort wird die A 14 abgelehnt – wie auch noch im Januar im Kreisverband Stendal. Webel meint, die Grünen müssten bei der A 14 noch vor der Wahl Nägel mit Köpfen machen, den Worten Inhalte folgen lassen.

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