Verkaufsruine nahe dem Wildpark Weißewarte stört neben Einheimischen auch die Gäste

„Schandfleck muss endlich weg“

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Gitter rosten vor sich hin, Farbe blättert ab. Der Komplex an der Neuen Schulstraße sieht irgendwie vergessen aus. Wer aus Richtung Tangerhütte oder Tangermünde zum Wildpark in Weißewarte fährt, kommt unweigerlich an der Gewerberuine vorbei.

Weißewarte. Die Tür steht offen, das verbliebene Mobiliar ist ein Trümmerhaufen. Drinnen und draußen rollt sich die Farbe von den Wänden.

Die Gewerberuine gegenüber der Kegelbahn in Weißewarte ärgere nicht nur Einheimische, sondern auch die vielen Tausend Besucher des Wildparks, weiß Detlef Radke nur zu gut. „Der Schandfleck muss endlich weg, allein schon wegen der öffentlichen Sicherheit. “ Immer wieder einmal sollen sich Kinder und Jugendliche unerlaubt in dem Komplex aufhalten. Im Ortschaftsrat sei bereits mehrmals über einen Abriss des kommunalen Objektes an der Neuen Schulstraße diskutiert worden. „Ohne die Einheitsgemeinde geht nichts. “ Der CDU-Mann will das Thema möglichst bald im Stadtrat ansprechen, wenngleich natürlich klar sein müsse, dass die Gemeinde momentan noch ganz andere Baustellen habe.

Irgendwann Mitte der 1980er-Jahre sei der Flachbau errichtet worden. „Ein Markt für landwirtschaftliche und andere Produkte hat ihn als Außenstelle genutzt, wenn ich mich richtig erinnere. Kurzzeitig sollen auch Migranten dort untergebracht gewesen sein oder es gab zumindest den Plan.“ Seit etwa zehn Jahren stehe das Haus nun leer. Der Zustand verschlechtert sich zusehends. Nur einige Meter weiter befindet sich der Wildpark. „Die Besucher kommen aus der Region und immer mehr auch aus anderen Teilen Sachsen-Anhalts und benachbarter Bundesländer, ein echtes Aushängeschild“, zeigt sich der Ortschef im Gespräch mit der AZ stolz. Etwa eine Million Euro sei nach der politischen Wende in den Park geflossen. Umso wichtiger sei es, die Gewerberuine endlich loszuwerden, schließlich müsse auch das Umfeld stimmen. „Wir hoffen, da in der nächsten Zeit entscheidend voranzukommen.“

Von Marco Hertzfeld

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