Bauamt: „Wasserspiel ist denkbar“ / Kosten von bis zu 250 000 Euro

Sanierung des Marktplatzes führt zu hitzigen Diskussionen

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Mit der Entscheidung des Ausschusses für Stadtentwicklung steht die Baumreihe künftig auf dem Marktplatz. Auch ein Wasserspiel wie etwa in Neustrelitz (kleines Foto) wurde diskutiert. Die Verwaltung will sich weiter damit auseinandersetzen.

Stendal. „Meine Empfehlung geht dahin, dass wir uns in der Verwaltung weiter damit auseinander setzen“, sagt Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum zu einem möglichen Wasserspiel auf dem Stendaler Marktplatz (AZ berichtete).

Maximilian Sziegoleit, Inhaber des „Danimax“-Geschäftes an der Ecke Birkenhagen, und andere Händler rund um den Marktplatz machen sich momentan für ein Wasserspiel stark. Es solle eine optische Einladung für Bewohner und Touristen werden, so die Händler. Während der Diskussion im Ausschuss für Stadtentwicklung stand neben der Designfrage auch der Kostenaspekt im Fokus der Stadträte.

„Direkt vor dem Rathaus ist es schwierig umsetzbar“, informierte Westrum die Anwesenden, „ein erdebener Brunnen wäre dort denkbar. Aber ob das die Attraktivität der Stadt steigert, ist fraglich.“ Gegenüber auf der westlichen Seite, also nahe der Straße Am Markt, wäre allerdings ein Wasserspiel denkbar. „Das ist doch in erster Linie eine Frage des Haushaltes“, warf Stadtrat Dirk Hofer (CDU) ein. Die Kosten für ein solches Wasserspiel bezifferte Bauamtschef Westrum zwischen 150 000 und 250 000 Euro.

Auf die Frage des Ausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Eckhardt, wie solch ein recht moderner Brunnen denn denkmaltechnisch umsetzbar sei, antwortete Hans-Jürgen Borstel, Leiter des Bauaufsichtsamtes: „Das Traditionelle und das Neue schließen sich nicht gegenseitig aus. Jede Zeit hat ihre Architektur. Man kann das so pauschal nicht sagen.“ Noch gibt es keine konkrete Planung oder einen entsprechenden Beschluss. „Und so lange die Kosten nicht feststehen, will ich auch nicht darüber entscheiden“, so Dr. Henning Richter-Mendau (CDU).

Auch die geplante Sanierung des Marktplatzes – vor allem die Platzierung der Bäume – bot am Mittwochabend viel Anlass zu Diskussionen. „Ich schätze die Arbeit des Architekten, aber ich kann mit ihm nicht übereinstimmen. Wir würden die Bäume an einen Ort verschieben, wo Kaufleute mithilfe ihrer Schaufenster Geld verdienen wollen“, sagte Jörg-Michael Glewwe (Linkspartei) zu dem Vorschlag, die Bäume vom Marktplatz vor die Geschäfte an der Straße Am Markt umzusetzen.

Hans-Jürgen Borstel erinnerte an die Vorgaben der Denkmalschutzbehörde: „Deren Zielsetzung ist nach wie vor ein steinerner Markt.“ Für SPD-Stadtrat Jürgen Schlafke bräuchten dort überhaupt keine Bäume stehen. „Das muss doch nicht sein. Es gibt in anderen Städten auch Plätze ohne Bäume.“

Innerhalb dieser regen Diskussion kam auch Architekt Andreas Möhlmann zu Wort, der beide Varianten geplant und vorgestellt hatte. „Die Bäume auf dem Marktplatz sind kümmerlich und verhindern den Prachtblick auf das Rathaus“, so Möhlmann, „und an Markttagen sind die Bäume von allerlei Fahrzeugen zugeparkt. Geplant war eigentlich ein steinerner Markt als Kontrast zum Winckelmann-Platz.“ Letztlich stimmten acht von neun Stadträten für die zweite Variante. Damit bleibt die Baumreihe auch nach den Sanierungsarbeiten auf dem Marktplatz. Die letzte Entscheidung darüber trifft aber der Stadtrat.

Von Mike Höpfner

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