Gemeinde Rochau will Blitzer an der B 189  / Ordnungsamt unterstützt den Antrag

Rotlichtsünder gefährden Gasthofgäste

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Auf einen Ampelblitzer hofft das Dorf Ziegenhagen. Wenn der Antrag Erfolg hat, wäre es nach Buchholz und Erxleben der dritte Starenkasten auf einer Strecke von gut 33 Kilometern.

Ziegenhagen / Rochau. „Rot gilt auch in der Provinz“, unterstützt Arneburg-Goldbecks Ordnungsamtsleiter den Vorstoß der Gemeinde Rochau, an der massiv befahrenen Bundesstraße 189 im Ortsteil Ziegenhagen nun endlich auf die Bremse zu treten.

„Da wird regelmäßig bei Rot über die Fußgängerampel gefahren“, weiß Karsten Rottstädt. Und während im rund 30 Kilometer südlich entfernten, zu Stendal gehörenden Buchholz seit April 2014 der bislang einzige stationäre Blitzer im Norden Sachsen-Anhalts Raser in der Tempo-50-Zone abkassiert, sieht nur drei Bundesstraßenkilometer nördlich Osterburgs Ortschaft Erxleben in diesen Tagen dem Betrieb einer Tempotest-Station entgegen.

Der Protest von lärmgeplagten Anwohnern hatte in beiden Dörfern dafür gesorgt, dass die Behörden aktiv wurden. In Ziegenhagen wird ein „Starenkasten“ aber vor allem für die Sicherheit der Fußgänger gefordert. Doch Rochaus Gemeinderat um Bürgermeister Dirk Zeidler weiß, wie schwierig es ist, Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen von den Aufsichtsbehörden genehmigt zu bekommen.

Um so mehr setzt der Rat nun auf die Möglichkeit, an der Ampel vor den Türen des örtlichen Gasthofes in Ziegenhagen einen Rotlicht-Blitzer zu installieren. „Das bietet sich dort auch wirklich an“, hofft der Ordnungsamtsleiter auf grünes Licht für die Anti-Raser-Technik vom Landkreis. An die dort zuständige Behörde sei der Antrag des Rochauer Gemeinderates Ende August weitergeleitet worden. Das Papier werde dort derzeit bearbeitet, erklärt Rottstädt. Eine Rückmeldung gebe es aber noch nicht.

Rotlicht-Sündern drohen mindestens ein Punkt sowie ein Bußgeld zwischen 90 und 360 Euro, in schwereren Fällen können es auch zwei Punkte sowie ein Fahrverbot werden. Ampelblitzer können auch bei gelb auslösen. Sie sind erst hinter der Ampel installiert und stehen meist gegenüber der Kreuzung – oder dem Fußgängerüberweg. Die Geräte sehen oft genauso aus wie Geschwindigkeitsblitzer: dunkelgrün und kastenförmig. Der Blitz löst aus, sobald das Fahrzeug die Haltelinie überfährt. Den Impuls dafür geben Induktionsschleifen im Boden. Deutschlands erster Ampelblitzer ist 1960 in Frankfurt am Main in Betrieb gegangen. Republikweit gibt es inzwischen mehr als 4000 solcher Geräte, listet die Statistik auf.

Von Antje Mahrhold

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