Syrer hofft auf schnelles Bleiberecht / Familienvater näht ehrenamtlich für den Charity-Shop

Syrer hofft auf Bleiberecht: Reber Yussef wartet seit 18 Monaten

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Reber Yussef ist Schneider, er näht momentan ehrenamtlich für den Stendaler Charity-Shop. Der Vater dreier Kinder würde gern arbeiten. Das darf der Syrer aber erst, wenn er Bleiberecht hat. Auch Barbara Miesterfeldt hofft auf ein schnelles, positives Ende des seit anderthalb Jahren laufenden Asylverfahrens.

mei/pm Stendal. 30 bis 40 Flüchtlinge kamen bisher pro Monat in den Landkreis Stendal, ab September werden es wesentlich mehr sein. Insgesamt rechnet der Kreis in diesem Jahr mit mehr als 1300 Asylbewerbern.

Einer derjenigen Flüchtlinge, deren Asylverfahren läuft, ist Reber Yussef. Der 25-Jährige floh vor anderthalb Jahren vor den Kriegswirren aus Syrien.

Reber Yussef berichtet von unzumutbaren Lebens- und Lagerzuständen in Bulgarien. Dort war der Flüchtling von seiner Familie getrennt worden und landete im Gefängnis. Heute leben Reber, seine Frau und die beiden Kinder Heidar (5 Jahre) und Hevi (3) wieder vereint in Stendal. Hier wurde das dritte Kind der Familie, eine Tochter, geboren.

Der Syrer nimmt jede Hilfe gern an. Barbara Miesterfeldt berichtet davon, dass die Syrer alles für ihre Integration tun. Viele kommen zu ihr in die gemeinnützige Teestube „Maranata“, lernen dort Deutsch, füllen Formulare aus. „Er und seine Frau finden auch Möglichkeiten, wie sie im Wechsel Deutsch-Stunden, die sie auch anderswo nehmen, ihre Kinder betreuen können“, erzählt Barbara Miesterfeldt. Reber will möglichst schnell arbeiten, was aber erst geht, wenn das Asylverfahren positiv beschieden wurde. „Wir hoffen, dass das schnell geht“, betont die „Maranata“-Chefin.

Reber Yussef ist gelernter Schneider. Zweimal in der Woche geht er in den Charity-Shop, einen Wohltätigkeitsladen in Stendal, um ehrenamtlich sein Können an der Nähmaschine zu beweisen. Der Syrer ändert Kleider, näht neue „und strahlt, wenn man ihn lobt“, sagt eine strahlende Barbara Miesterfeldt.

Zurzeit sind etwa 850 Flüchtlinge im Landkreis. Etwa genau so viele werden in den letzten drei Monaten des Jahres erwartet. Landrat Carsten Wulfänger bittet alle Einwohner, die leer stehende Wohnungen haben und diese an den Landkreis zur Unterbringung von Asylbewerbern vermieten möchten, sich unter Telefon (03931) 60 71 64 zu melden.

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