20-jähriger Angeklagter soll mit Küchenmesser zugestochen haben

Prozess in Stendal: Schizophrener Sohn wollte Vater töten

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Mit einem Küchenmesser (Symbolfoto) soll ein 29-jähriger Stendaler am 20. Januar dieses Jahres auf seinen Vater eingestochen haben mit der Absicht, ihn zu töten.

Stendal. Die Tatzeit liegt zwischen 4.45 und 5 Uhr. Es war der 20. Januar 2016. Mit einem Küchenmesser bewaffnet, soll der Angeklagte S. ins elterliche Schlafzimmer gegangen sein.

Laut Anklageschrift, die heute am Landgericht Stendal durch die Staatsanwaltschaft verlesen wurde, ging der Beschuldigte „zielgerichtet auf den Vater zu“ mit der Absicht, ihn zu töten.

Der Vater erlitt mehrere Stichwunden am Hals. Bei der Attacke wurde auch seine Drosselvene verletzt. Zum Zeitpunkt des Geschehens saß der Vater aufrecht im Bett. Es war ihm gelungen, den Angreifer, seinen Sohn, mit den Händen festzuhalten und ihn aufs Bett zu werfen. Der Vater flüchtete in die Küche. Sohn S., Jahrgang 1986, folgte ihm. Dem Vater gelang es, die Küchentür zu schließen und zu verriegeln. Daraufhin soll S. die Glasscheibe der Küchentür zertrümmert haben. An diesem Punkt endete gestern die Schilderung des Tathergangs und auch das öffentliche Verfahren.

Verteidigerin Heidrun Ahlfeld hatte den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit vom Prozess auszuschließen. Das unterstützte auch die Staatsanwältin mit der Begründung, dass die Tat innerhalb einer Familie geschah und dies somit „eine innerfamiliäre Angelegenheit“ sei.

S. war noch am 20. Januar festgenommen worden. Er befindet sich seitdem in Uchtspringe in Sicherheitsverwahrung. Laut Anklageschrift wird davon ausgegangen, dass der 29-Jährige wegen einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig ist. Bei der gestrigen ersten Verhandlung, die Richter Ulrich Galler führte, war auch Mohammad Zoalfikar Hasan anwesend, der als gerichtspsychiatrischer Sachverständiger zum Fall sprechen sollte.

Von Alexander Postolache

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