Verdächtige Fälle im Stadtgebiet / Präventive Tipps

Polizei: Eltern sollten Kinder sensibilisieren

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Zweimal sind Kinder in den vergangenen Tagen in Stendal von einem Unbekannten verdächtig angesprochen worden. Für solche Situationen sollten sie sensibilisiert werden, rät die Polizei.

Stendal. Bis gestern hatte die Stendaler Polizei noch keine Erkenntnisse zu jenem Mann, der in den vergangenen Tagen im Stadtgebiet zwei Kinder verdächtig angesprochen und mit Süßigkeiten in sein Auto gelockt haben soll.

Während eine Schule in Osterburg auf derartige Vorfälle mit Sicherheitsmaßnahmen reagiert hat – die Eltern geben die Kinder an der Tür ab, danach wird das Schulgelände verschlossen –, laufen die Ermittlungen der Polizei. Parallel bieten die Beamten präventive Hilfe an: „Im Stendaler Revier sind Flyer erhältlich, wie Eltern ihre Kinder sensibilisieren können. Wer möchte, kann sich auch bei uns zum Thema informieren oder Termine für Schulungen vereinbaren“, sagt Polizeisprecher Marco Neiß. Kriminaloberkommissar Jürgen Harder würde auch in Kindertagesstätten oder Schulen gehen, um die Mädchen und Jungen vor Ort zu sensibilisieren.

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Nachdem am Dienstagabend erneut ein Unbekannter einen Fünfjährigen auf einer Freifläche an der Hans-Schomburgk-Straße in Stendal angesprochen hat und mit Süßigkeiten in sein Auto locken wollte (AZ berichtete), ist die Verunsicherung unter Eltern groß. Die Polizei sucht nach einem Mann mit Glatze und Brille sowie einem weißen Transporter, hinten ohne Fenster.

Die Polizei rät Eltern, mit ihren Kindern über das Thema zu sprechen und ihnen klarzumachen, dass sie ihnen oder den Lehrern immer sagen sollten, wohin sie gehen. Wenn jemand sagt, die Eltern hätten ihn geschickt, sollten die Kinder das auf keinen Fall glauben. Weitere Tipps: Abstand halten. Niemals in ein Auto steigen, bevor Mama oder Papa gefragt wurden. Und: Kinder müssen keine Fragen von Fremden beantworten, wenn sie etwa nach dem Weg gefragt werden. Man darf „Nein“ sagen, das ist nicht unhöflich. „Nein“ sagen gilt auch, wenn ein Erwachsener versucht, ein Kind in einer Art und Weise zu berühren, die das Kind nicht mag.

Kinder sollten ihren Eltern oder anderen Erwachsenen, denen sie vertrauen, von Dingen und Leuten erzählen, die ihnen Angst machen – Bauchweh-Geheimnisse sind schlechte Geheimnisse. Weiter gilt: Keine Geschenke von Fremden annehmen, keinem Fremden die Wohnungstür öffnen, nicht mit Fremden am Telefon sprechen.

Wenn jemand versucht, ein Kind zu berühren oder es bedroht, dann sind die Regeln: Nein sagen, weglaufen, es jemandem erzählen. In Notsituationen laut schreien und/oder per Handy den Polizeinotruf 110 wählen und den Beamten schildern, was wo passiert ist..

„Bereiten Sie die Kinder auf solche Situationen vor“, rät Polizeisprecher Marco Neiß: „Besprechen Sie mit den Kindern ,Was tue ich, wenn was geschieht´.“ Denn für selbstbewusste, aufgeklärte Kinder bestehe erfahrungsgemäß ein geringeres Opferrisiko.

Von Ulrike Meineke

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