Lückstedt gewinnt Wettkampf

Politik verspricht vor Jugendwehren Geld

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Impressionen vom Orientierungsmarsch: Auch wenn die Mannschaften in Rossau um jede richtige Antwort und jede Sekunde kämpfen, bleibt doch der Spaß im Vordergrund. Die Gastgeber erhalten für die Organisation und den Ausgangspunkt des Marsches, eine der schönsten Freizeitstätten der Einheitsgemeinde, von vielen Seiten Lob. Die Messlatte für die nächsten Wettkämpfe liegt hoch.

Rossau. Als die Nachwuchskräfte Markus Benecke und Lauris Czaika die Handdruckspritze aus dem Jahre 1906 bedienen, ist das irgendwie sinnbildlich. Die Uraltechnik funktioniert noch tadellos, nur für den modernen Einsatz taugt sie nicht.

Und die Wunschliste der Brandschützer in der Einheitsgemeinde Osterburg und anderen Kommunen ist lang. Und so nutzt Bürgermeister Nico Schulz (CDU) den 13. Orientierungsmarsch der Jugendwehren des Landkreises in Rossau wie selbstverständlich auch als Bühne für Landespolitik und Magdeburger Koalitionäre und spricht von „deutlich mehr Fördermitteln“ in den nächsten fünf Jahren für Löschtechnik und Gerätehäuser. Nicht nur Stadtwehrleiter Sven Engel hat an diesem Sonnabend ganz genau hingehört.

Landrat Carsten Wulfänger, ebenfalls CDU, sieht in den gut 270 angetretenen jungen Leuten und 30 Mannschaften eine „kleine Macht“, der er Süßstangen aus Tangermünde mitgebracht hat. Dazu gibt es ein gemeinsames „Gut Schlauch!“ Der aus sieben Stationen bestehende Parcours möge ihr Wissen vermehren und die ehrenamtliche Karriere im landkreislichen Brandschutz vorantreiben. Die Jugendlichen formen aus C-Schläuchen ein Wort, üben sich unter anderem in Erster Hilfe sowie in Knotenkunde. Laut Kreisjugendwart Klaus Hörnke sind momentan etwas mehr als 70 Jugendwehren registriert. Der Mittfünfziger will das Zepter in absehbarer Zeit an einen Jüngeren übergeben, doch einen Qualifizierten zu finden, sei schwer.

Lob ernten Osterburgs Stadtjugendwart Thomas Pefestorff und vor allem Ralf Böllstorf, eine Führungskraft aus den Reihen der Gastgeber. Zweitgenannter fällt auch so aus dem Rahmen und findet bei der Jugend den richtigen Ton. So sollte das Handy beim Lösen von Aufgaben der Fairness wegen lieber ausbleiben. Wobei der Landkreis noch nicht überall mit ausreichend gutem Empfang gesegnet sei, von WLAN einmal ganz zu schweigen. Woran das liege, könne sicherlich der Herr Landrat beantworten. Spätestens als Böllstorf die 110 Jahre der historischen Handdruckspritze auch als mögliches Renteneintrittsalter sieht, hat er auch die Erwachsenen für sich gewonnen. Eine lockere Moderation scheint die halbe Miete, die Mannschaften gehen nacheinander auf die Strecke und sammeln Punkte. Am Ende holt sich Lückstedt den Sieg, gefolgt von Badingen 1 und Lüderitz. Gastgeber Rossau landet auf Platz 18. Die Osterburger Teams können sich über die Plätze fünf und acht freuen. Stendal ist 30.

Von Marco Hertzfeld

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