„Platz sieht einfach schlimm aus“

Debatte um das vorgestellte Parkraumkonzept für die Sperlingsida

Stendal. „Der undisziplinierte Altmärker ist schuld“, sagt CDU-Stadtrat Dirk Hofer und nennt damit sein Argument für den Beschluss, das Parken auf dem Sperlingsberg generell zu verbieten.

In der ursprünglichen Beschlussvorlage hieß es, das Kurzzeitparken solle beibehalten werden. Der Stadtrat hat auf seiner nächsten Sitzung die endgültige Entscheidungsgewalt.

Dem Entschluss ging eine Debatte um das vom Planungsamt vorgestellte Parkraumkonzept voraus. „Mir fehlt das Visionäre“, bemängelte Stadtrat Dr. Henning Richter-Mendau (CDU) die Ausarbeitungen, „einen Blick in die Zukunft kann ich hier nicht erkennen.“ Axel Achilles, Amtsleiter des Planungsamtes, kontert mit dem Kosten-Argument. „Wenn Sie ein umfassendes Konzept wollen, hätten wir das an ein externes Büro abgeben müssen. Und das hätte zwischen 50 000 und 60 000 Euro gekostet.“ Man habe sich daher für eine interne Lösung entschieden. Richter-Mendau schlußfolgert: „Das ist kein Konzept, das ist eine Analyse.“

Damit fand er fraktionsübergreifend Zuspruch. Linke-Fraktionschef Joachim Röxe plädierte für eine Kenntnisnahme des Beschlusses und nicht für eine Zustimmung, wie in der Vorlage formuliert. Sein Antrag, „die vorgelegte Darstellung der vorhandenen und geplanten Stellplatzanlagen zur Kenntnis zu nehmen“ wurde einstimmig entschieden.

Die Ausschussmitglieder einigten sich daraufhin, das Parken am Sperlingsberg und die Verkehrsführung der nördlichen Breiten Straße getrennt voneinander zu diskutieren und zu beschließen. „Ich würde einem parkfreien Sperlingsberg zustimmen, wenn er zu einem wirklich schönen Platz umgestaltet wird und nicht bloß ein paar Betonkübel aufgestellt werden“, sagt Stadtrat Richter-Mendau. Bevor nicht klar sei, was mit dem Sperlingsberg parkplatztechnisch passiere, könnten keine Entscheidungen über dessen Gestaltung getroffen werden, so Axel Achilles.

„Ich bin gegen das Parken auf dem Sperlingsberg. Aber wir müssen uns um Alternativen kümmern“, sagt Rätin Sylvia Gohsrich (Grüne). Stadträtin und Ortsbürgermeisterin Wahrburgs Carola Radtke („Mitte“-Fraktion) bringt es auf den Punkt: „Der Platz sieht einfach schlimm aus. Es wird kreuz und quer geparkt.“ Der Stadtrat habe es „doch in der Hand, wie der Platz aussieht“ erinnert Joachim Röxe. Dass das Parkverbot mit einer relativ deutlichen Mehrheit beschlossen wurde, lag auch an der einhelligen Meinung, dass es keine effektiven Mittel gegen das Wildparken gebe.

Die Thematik der nördlichen Breiten Straße wurde nach einem persönlichen Antrag Joachim Röxes einstimmig zurückgestellt. Es geht hierbei um eine mögliche Änderung der Verkehrsführung. „Wir sollten das in abgeänderter Beschlussfassung noch einmal diskutieren“, so Röxe.

Von Mike Höpfner

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