Verwaltung mit der Konzept-Erstellung beauftragt / Instenberg: „Ein falsches Signal“

Pläne für Stendal-Süd gesucht

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Um die künftige Nutzung und Gestaltung des Stadtteils Stendal-Süd ging es am Montagabend im Stadtrat. Ein Antrag der Linkspartei wurde mit knapper Mehrheit beschlossen.

mih Stendal. Der desolate Zustand des Stadtteils Stendal-Süd war am Montagabend ein Thema im Stadtrat. Hintergrund ist ein Antrag der Linkspartei, die von der Verwaltung ein Konzept fordert, was in dem Stadtteil möglich ist und wie künftig damit umgegangen werden kann.

„In Süd ist keine ‘Lust auf Stendal’ mehr, nur noch Frust“, so nahm Katrin Kunert (Linkspartei) Bezug auf einen zuvor gezeigten Imagefilm des Vereins „KinderStärken“ mit dem Titel „Lust auf Stendal“. Sie fordert unter anderem, dass keine weiteren städtischen Flächen mehr an in- oder ausländische Investoren verkauft werden, „sodass ‘Lust auf Stendal’ das komplette Stadtgebiet betrifft“.

Mit ihrem Antrag stieß die Linke nicht bei allen Fraktionen auf Zustimmung. Als „inhaltlich richtig und gut“ bezeichnete Reiner Instenberg (SPD) den Antrag. „Aber er ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig daneben.“ Zum jetzigen Zeitpunkt soll das Bekunden von Interesse an Süd und den dort leerstehenden Plattenbauten mit Vorsicht erfolgen, so der Vorsitzende der Fraktion SPD, FDP, Piraten und Ortsteile. „Sonst senden wir möglicherweise ein falsches Signal“,sagt Instenberg und fügt hinzu: „Die Probleme in Süd kriegen wir erst beseitigt, wenn die Wohnblöcke verschwunden sind.“

Für CDU-Stadtrat Hardy Peter Güssau ist es „ein sehr weicher, gerechtfertigter Antrag“. Er sei insgesamt unschädlich. Stadträte und Verwaltung sollten die Probleme dort aber weiter im Blick haben. Dementsprechend durchwachsen fiel dann auch das Abstimmungsergebnis aus. 17 Ja-Stimmen standen fünf Nein-Stimmen und 17-Enthaltungen gegenüber. Damit ist der Antrag beschlossen.

Mehrere Wohnblöcke in Süd gehören momentan noch der Raks-AG, die ihren Sitz in der Türkei hat (AZ berichtete). Ein Verfahren zur Zwangsversteigerung läuft, ist aber aufgrund der großen Distanz zwischen den Parteien ein langwieriges Vorhaben.

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