Richter-Mendau: „Ein Kunstgriff der Verwaltung“

Sperlingsida: Parkverbot trotz Disputs beschlossen

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Mit acht von zehn Stimmen haben sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses für ein Parkverbot rund um die Sperlingsida entschieden. Die Behindertenparkplätze werden an die Rathenower Straße verlegt. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

Stendal. Als „Provisorium“ und einen „Kunstgriff der Verwaltung und der Planung“ bezeichnete CDU-Stadtrat Dr. Henning Richter-Mendau die Beschlussvorlage zum Ende der Parkplatznutzung an der Sperlingsida.

Bei einer Bürgerbefragung im Rahmen der Kommunalwahl im Juni stimmten 53,3 Prozent der Bürger für ein Parkverbot. Im Stadtentwicklungsausschuss am Mittwochabend wurde das Parkverbot zwar mit acht von zehn Stimmen beschlossen, die langfristige Umsetzung aber auch heiß diskutiert.

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Die Markierungen der vorhandenen Parkplätze am Sperlingsberg sollen laut der Vorlage zusammen mit dem Parkautomaten entfernt werden. Des Weiteren soll es künftig nur noch eine Ein- und Ausfahrt geben. Der Platz bleibt verkehrsberuhigt. Das heißt, dass er zum Be- und Entladen genutzt sowie von Grundstückseigentümern der südlichen Breiten Straße weiterhin befahren werden kann. „Das ist ein Kompromiss, mit dem man leben können müsste“, so Bauamtsleiter Georg-Wilhelm Westrum.

„Herr Achilles hat uns ein Konzept zur Gestaltung des Sperlingsbergs versprochen und das Konzept ist nicht da“, so Henning Richter-Mendau in Richtung des Leiters des Planungsamtes, Axel Achilles. Auch Linke-Stadtrat Jörg-Michael Glewwe zeigte sich von der Vorlage enttäuscht: „Ich habe erwartet, dass jetzt ein Knaller kommt.“ Laut Bauamt bliebe lediglich die Umwidmung des Sperlingsbergs von einem verkehrsberuhigten Bereich in eine Fußgängerzone. „Das ist sehr zeitintensiv und würde etwa ein Dreivierteljahr in Anspruch nehmen“, informierte Heike Jaeckel, Sachgebietsleiterin der Bauverwaltung „und die Eigentümer von Grundstücken rund um die Sperlingsida würden eine kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung vom Landkreis benötigen.“

Jaeckel hatte den Ausschussmitgliedern noch eine weitere relevante Neuigkeit mitzuteilen: „Im nächsten Jahr wird der Markt umgebaut. Da brauchen wir den Sperlingsberg für das Rolandfest. Daher können wir vorerst keine Umgestaltung planen.“

Einige Stadträte zeigten sich von diesen Erkenntnissen überrumpelt. „Das hätten wir doch alles vor der Befragung wissen müssen. So langsam wird es für uns peinlich“, sagte etwa Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert (Linkspartei). Eine Umgestaltung größeren Ausmaßes sieht Georg-Wilhelm Westrum kritisch: „Wenn es nach der Denkmalschutzbehörde geht, wird dort gar nichts gemacht. Der Platz muss von sich aus wirken.“ Mit der Erweiterung, dass es sich bei der Vorlage nur um ein Provisorium handelt, stimmte lediglich Dirk Hofer (CDU) gegen ein Parkverbot. Dr. Henning Richter-Mendau enthielt sich.

Von Mike Höpfner

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