Zugang zur Brücke für jedermann möglich / Bahn will Verbotsschilder aufstellen

Osterburger Straße: Bahngleise bleiben ungesichert

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Die Eisenbahnüberführung an der Osterburger Straße hat zwar ein Geländer, darüber hinaus sind die Gleise aber nicht weiter gesichert. Verbotsschilder sind laut Angaben der Bahn noch in Planung und könnten noch im Januar aufgestellt werden.

Stendal. Eine steile, jedoch befestigte Böschung – das ist bislang alles, was den Zugang zu den Bahngleisen an der Osterburger Straße langfristig verhindern soll.

Ein oder mehrere „Betreten verboten“-Schilder existieren bislang lediglich in der Planung der Deutschen Bahn. Andere Sicherheitsmaßnahmen wie ein Zaun sind laut Angaben des Unternehmens nicht geplant.

„Vonseiten der Stadt aus sollen noch weitere Arbeiten in Richtung der Borghardtstraße gemacht werden“, informiert Stadtsprecher Klaus Ortmann. Für die Überführung selbst sei jedoch die Deutsche Bahn, nicht die Stadtverwaltung zuständig. „Die Bahn hat die Böschung an der Überführung befestigt. Uns ist nicht bekannt, dass die Bahn dort weitere Baumaßnahmen geplant hat“, berichtet Ortmann auf AZ-Anfrage.

Auf beiden Seiten der Überführung gibt es jeweils einen mit Pflastersteinen gesicherten Aufgang in Richtung der Bahngleise. Dieser grenzt direkt an die Gehwege der Osterburger Straße. „Seitliche Anpflasterungen an den Flügeln inklusive Trittsteine“ nennt das die Deutsche Bahn. „Sie entsprechen den Vorschriften und dienen lediglich als Steighilfen für Bahnpersonal“, informiert ein Sprecher der Deutschen Bahn. Gedacht sind sie für das Bahnpersonal, sie könnten theoretisch allerdings auch ebenso gut von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. „Baulich sind keine weiteren Einrichtungen vorgesehen“, teilt das Unternehmen mit.

Verbotsschilder gibt es bis dato noch nicht. „Für Unbefugte ist das Betreten von Bahnanlagen generell verboten“, verweist die Deutsche Bahn auf die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO). Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann von der Bundespolizei mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld bestraft werden. Entsprechende Verbotsschilder sollen jedoch „in Abhängigkeit von der Wetterlage noch im Januar 2016 errichtet werden“. Das bedeutet, dass sich das Aufstellen der Verbotsschilder im Falle von starkem Bodenfrost noch weiter verzögern könnte.

Die Bauarbeiten an der Osterburger Straße selbst sowie an der Eisenbahnüberführung wurden bereits im Mai 2015 abgeschlossen (AZ berichtete). Im Zuge des Brücken-Neubaus durch die Bahn hatte die Stadt das Nadelöhr entschärft und die Straße unter der Brücke ausgeweitet. Die Gesamtkosten lagen derzeit bei rund 4,2 Millionen Euro. Davon übernahm die Stadt Stendal für den Ausbau der Straße auf 450 Meter Länge einen Eigenanteil von etwa 467 000 Euro.

Von Mike Höpfner

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