Erstes Sinfoniekonzert der Saison im TdA / Symphoniker aus Brandenburg

Oboist setzt Strauss in Szene

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Oboist Raguel Ott aus Augsburg setzte das Oboenkonzert von Richard Strauss mit Inbrunst und Virtuosität gekonnt in Szene. Es war das erste Sinfoniekonzert der Saison im Theater.

hh Stendal. Seit 2015 ist Peter Gülke Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker. Mit ihnen zusammen gestaltete er jüngst das erste Sinfoniekonzert der aktuellen Saison im Theater der Altmark.

Auf dem Programm standen Werke von Joseph Haydn, Franz Schubert und Richard Strauss.

Eingangs erklang die Sinfonie 103 Es-Dur „mit dem Paukenwirbel“. Mit dem als Intrada, eine Ehrenbezeichnung für Persönlichkeiten, gekennzeichneten Paukensignal setzte der Komponist einen Überraschungseffekt. Diesen nutzt er oftmals in seinen sinfonischen Werken, um das Publikum auf den Beginn aufmerksam zu machen. Die Wiederholung gegen Ende des ersten Satzes bewirkt auch heute noch Verblüffung. Gülke verlieh der eindringlichen Musik mit seinen Musikern eine spielerisch tänzerische Wirkung.

Der seit dieser Saison als Solo-Oboist verpflichtete Raguel Ott, erster Preisträger bei „Jugend musiziert“ und Kunstpreisträger seiner Heimatstadt Augsburg, spielte anschließend das Oboenkonzert von Richard Strauss. In dieser Komposition hält der Komponist quasi Rückblick auf sein Schaffen. 1945 entwarf er das Werk auf Anregung eines US-amerikanischen Offiziers und Oboisten, der ihn besuchte. Drei Sätze gehen ineinander über und geben dem Solisten vielfach Gelegenheit sich virtuos in Szene zu setzen.

Nach der Pause stand Franz Schuberts 5. Sinfonie B-Dur im Programm. Mit jugendlichem Elan komponierte der noch keine 20 Jahre alte Schubert diesen „Tonfall bezwingender Freundlichkeit“. Natürlich hört man Vorbilder wie Mozart oder Haydn an dieser oder jener Stelle heraus. Im Gesamtbild aber steht doch die Originalität und Unverwechselbarkeit des Schubertschen Tonfalls, die vom Dirigentenpult auch bewusst betont wurde. Mit stürmischem Beifall bedankten sich die Konzertbesucher für dieses Erlebnis.

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