Archäologische Ausgrabungen abgeschlossen: Bauherr könnte auf Brachfläche loslegen

Noch Stillstand an der Karlstraße

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Das Areal an der Karlstraße gegenüber des Theaters der Altmark liegt momentan brach. Der Bauherr habe seitens der Stadt alle notwendigen Genehmigungen. Wann es mit dem Bau losgeht, entscheidet der Besitzer jedoch eigenverantwortlich.

Stendal. Die Freifläche an der Karlstraße gegenüber des Theaters der Altmark fristet nach wie vor ein tristes Dasein. Die Archäologen sind abgezogen, aus dem Erdreich sprießen bereits die ersten Pflanzen. Doch noch sind keine Bautrupps in Sicht.

Auch in der Stadtverwaltung wundert man sich über die Verzögerungen. „Auch wir haben uns schon gefragt, wann es denn wohl losgeht“, so Stadtsprecher Klaus Ortmann.

Die Arbeiten der Stadt an dem Areal sind abgeschlossen. Daher ist es natürlich auch dem Bauherren überlassen, wann er mit den Arbeiten am Fundament oder ähnlichem beginnt. Bei dem Bauherren handelt es sich um einen Zahnarzt (AZ berichtete), der bereits eine Praxis in der Rolandstadt betreibt.

An der Verwaltung liegt es zumindest nicht, ist man sich bei der Stadt sicher. „Der Bauherr hat von uns alle nötigen Genehmigungen. Alles andere liegt außerhalb der Zuständigkeit der Verwaltung“, weiß der Stadtsprecher. An sich ist das Gelände auch eine Baufläche, wie es sie in Stendal auch an anderen Orten gibt. Jedoch brachten archäologische Ausgrabungen zu Beginn des Jahres durchaus interessante Funde zutage. „Die Archäologen haben dort teilweise sehr alte Siedlungsreste gefunden“, so Ortmann. Auch Hinweise auf vorzeitliche Feuerstätten hätten sich unter dem Erdreich in Theaternähe verborgen.

Der Stadtsprecher weiß, die Funde in einem zeitlichen Kontext einzuordnen. „Diese besonderen Funde sind auch älter als das, was wir auf dem Marktplatz entdeckt haben.“ Damit datieren die Feuerstätten und Siedlungsreste auf eine Zeit vor dem zwölften Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen etwa die auf dem Marktplatz freigelegten Überreste eines Kaufhaus-Fundamentes. Diese Zeugnisse brächten Aufschluss darüber, dass auf dem heutigen Stadtgebiet Stendals schon vor so langer Zeit Menschen lebten. Ortmann habe auch mit Bärbel Hornemann von der Unteren Denkmalschutzbehörde Rücksprache gehalten. Sie habe ihm dies bestätigt.

Auch die Rolandstädter Bürger sollen noch über die Funde im Einzelnen informiert werden. „Eine Präsentation war bereits für Ende Mai angedacht“, so der Stadtsprecher. Aber die Funde und Ereignisse auf dem Marktplatz hätten einen Termin bislang verhindert. Dieser soll jedoch nachgeholt werden – wann, ist noch unklar. Der Bauherr an der Karlstraße könnte dessen ungeachtet mit den Arbeiten beginnen.

Von Mike Höpfner

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