Geld, Verkehr und die Enge: Situation auf der Hallstraße sorgt für Ärger / Stadt: Auch Halten schon unzulässig

Neues Finanzleben nicht ganz ungefährlich

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Der Weg ist versperrt. Fußgänger müssen sich an einem Auto vorbeiquetschen. Die (Kleine) Hallstraße ist dort eine Einbahnstraße. Hinter dem Transport geht es zum Bankautomaten.

Stendal. In das frühere PUG-Gebäude am Marktplatz ist mit einer Bank neues Leben eingezogen, wobei das einigen nicht ganz ungefährlich erscheint. Geldautomat und der Drucker für Kontoauszüge befinden sich in einem extra Raum an der Hallstraße gleich um die Ecke.

Der Platz ist begrenzt, bequem passen vielleicht zwei, drei Leute hinein. In Stoßzeiten wartet der Rest draußen, mitunter stehen Fahrräder und Autos kreuz und quer auf dem Bürgersteig. Und wer wieder heraustritt, muss hellwach sein, nur ein knapper Meter trennt die Tür von fahrenden Autos. „Hier hält sich eh keiner an das Tempolimit“, schimpft eine Frau, die gerade ihre Bankgeschäfte erledigt hat. Dass die Filiale so modern erscheine und zentral liege, sei wunderbar, doch dieser extra Raum . . . Auf der eh schon turbulenten engen Piste geht es seit einigen Wochen noch rauer zu.

Das Ordnungsamt hat genau hingeschaut. „Die Situation ist derzeit aufgrund der Baumaßnahmen im innerstädtischen Bereich, durch Konzentration beziehungsweise Verlagerung der Verkehrsströme, unter anderem auch auf den kleinen Abschnitt der Hallstraße zum Markt hin, angespannt“, so Stadtsprecher Klaus Ortmann. Für den Eingangsbau an der „kleinen“ Hallstraße habe es von der Kommune keinerlei Auflagen gegeben. Und überhaupt: „Unmittelbar an der Einfahrt zu Sparkasse und Stadthaus beginnt der sogenannte verkehrsberuhigte Geschäftsbereich. Entsprechend der vorhandenen Beschilderung gilt hier Tempo 20 und Parkverbot.“ Im zentralen städtischen Bereich mit zahlreichen Fußgängern müssten Autofahrer in erhöhtem Maße Rücksicht nehmen, betont Ortmann auf Anfrage der AZ.

„Entsprechend der Beschilderung besteht ein generelles Parkverbot. Lediglich in gekennzeichneten Flächen darf mit Parkschein oder Bewohnerparkschein (dauerhaft) geparkt werden. In der ,kleinen’ Hallstraße sind im Bereich Einfahrt Sparkasse/Stadthaus und dem Markt keine Parkflächen markiert, sodass hier nicht geparkt werden darf. Auch das Halten, das per Beschilderung ja nicht generell untersagt ist, ist in diesem Bereich unzulässig.“ Der Stadtsprecher verweist auf die Straßenverkehrsordnung: Das Halten an engen Straßenstellen, konkret bei weniger als drei Meter verbleibender Straßenbreite, ist schlichtweg nicht erlaubt.

Die Stadt setzt darauf, dass sich die Situation nach Ende der zahlreichen Bauarbeiten in der Innenstadt entspannt. Auf einem sanierten Marktplatz sollen wieder Fahrradständer in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Die wenigen Meter zum Bankautomaten an der „Kleinen Hallstraße“ sollten Kunden dann nicht zu lang sein.

Von Marco Hertzfeld

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