Kernstadt-Umleitung in Stendal sorgt für Frust, Stau und strapazierte Reifen

Nadelöhr lässt Fahrer fluchen

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Nach eigenen Angaben hatte der Opelfahrer bereits einige Minuten mit Warten verbracht und ein Fahrzeug nach dem anderen auf seiner vorfahrtsberechtigten Spur durchgelassen. Die Geduld war jedoch irgendwann überstrapaziert...

Stendal. Die Uchtstraße wurde geflickt. Das Parkverbot an jenem Tag ließ den Verkehr schneller fließen. Trotzdem sorgt die Umleitungsstrecke für Unmut: „Ich hab es satt“, sagte ein Opelfahrer auf die Frage hin, warum er gerade den Hoock mit seinem Wagen blockiere.

Seit dem 11. Juli wird am Uenglinger-Tor-Kreisel und der Straße Altes Dorf gebaut. Seither wiederholt sich eine Szene auf der kernstädtischen Umleitungsstrecke, die vor allem werktags Auto- und Lkw-Fahrer zum Verzweifeln und Fluchen bringt. Vor allem die Uchtstraße, ein Teil der Hohen Bude und des Hoock sind stark frequentiert. Bis zu 15 Fahrzeuge in der Minute nutzen den Weg. Deren Fahrer wollen in die Innenstadt, aus ihr heraus, einkaufen, die Kinder aus der Tagesstätte abholen oder suchen einfach nur einen Parkplatz.

... der Rückstau des Gegenverkehrs reichte bis in die Uchtstraße. Einige Fahrer versuchten zu wenden. Fotos: Postolache

Das Problem unterteilt sich in mehrere Faktoren: Wer zum Beispiel aus Richtung Wüste Worth beziehungsweise der Petrikirchstraße in die Uchtstraße einfährt muss auf die Gegenspur ausweichen.
Der Grund: Fahrzeuge dürfen trotz der stärkeren Nutzung der Strecke während der Bauphase am Stadttor weiterhin auf der rechten Fahrbahnseite der Uchtstraße für maximal zwei Stunden parken. In den meisten Fällen sind auch alle unmarkierten Plätze belegt. Dann wird es eng.

Jene, die aus Richtung Hohe Bude entgegenkommen, hätten Vorfahrt. Sie können diese allerdings nicht nutzen, da oft mehrere Wagen auf ihrer Spur unterwegs sind, die ob der parkenden Autos häufig keine Möglichkeit zum Ausweichen haben. Es bleibt nicht viel Spielraum. Der rudimentäre Gehweg auf der einen Seite bietet nicht viel Fläche.

Zurück zum Opelfahrer: Jener war in dem beschriebenen Moment von der Breiten Straße aus in den Hoock eingefahren. Eigentlich hätte auch er auf seiner Spur gern sein Vorfahrtsrecht genutzt. Doch von vorn kam ihm ein Wagen nach dem anderen auf seiner Bahn entgegen. Auch hier umfuhren die Wagenlenker des Gegenverkehrs die Parkflächen, die auf der rechten Fahrbahn in Richtung Breite Straße vorhanden sind. „Ich stehe hier schon seit zehn Minuten“, sagte der Mann.

Dieser hatte nun die Straße auf seiner Fahrbahn – auf höhe des letzten parkenden Fahrzeugs – dicht gemacht. Ein Fahrer nach dem anderen stieg aus, fragte nach. Bis sich ein Wagen nach dem anderen darum bemühte, irgendwo zwischen Hoock und Hohe Bude zu wenden und der wahrlich angestauten Lage zu entfliehen.

Parkplatzmangel oder stockende Fahrt? Das ist bis zum Abschluss der Bauarbeiten, geplant ist der 26. August, noch eine ungeklärte Frage.

Von Alexander Postolache

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