Bewerber für Schöffenperiode 2014 bis 2018 können sich melden

Mutige Volksvertreter für Gerichtssäle gesucht

Schöffe werden ist nicht schwer – Schöffe sein dagegen aber auch nicht: In einem Kurs der Kreisvolkshochschule informierte der Vorsitzende des Vereinigung der ehrenamtlichen Richter Mitteldeutschlands über das Aufgabenprofil von Laienrichtern.
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Schöffe werden ist nicht schwer – Schöffe sein dagegen aber auch nicht: In einem Kurs der Kreisvolkshochschule informierte der Vorsitzende des Vereinigung der ehrenamtlichen Richter Mitteldeutschlands über das Aufgabenprofil von Laienrichtern.

Stendal. „Ich wäre froh, wenn ich Sie alle als Schöffe werben könnte“, beginnt der ehrenamtliche Richter Andreas Höhne am Amtsgericht Nordhausen seine Ausführungen in der Rolandstadt.

„Rechtsprechung aktiv mitgestalten – in Deutschland ist das möglich als ehrenamtlicher Richter an Gerichten für Strafsachen“.

Der Raum „Osterburg“ im Stendaler Landratsamt ist voll besetzt. Höhnes Publikum verfolgt gespannt die Ausführungen des Vorsitzenden der im Kyffhäuserkreis in Greußen ansässigen Vereinigung der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter Mitteldeutschlands (VERM). Die Entrichtung einer Eintrittsgebühr fällt zunächst größtenteils noch auf Unverständnis, doch es ist eine Veranstaltung der Kreisvolkshochschule und die ist als solche gebührenpflichtig. Idealerweise sollten zukünftige Schöffen über grundlegende Fähigkeiten, wie soziales Verständnis, Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen, logisches Denkvermögen und Intuition sowie über berufliche Erfahrung, Kenntnisse über die Bedeutung von Kriminalität und Strafe, Mut zum Richten, Gerechtigkeitssinn, Standfestigkeit und Flexibilität im Vertreten der eigenen Meinung verfügen. Auch die deutsche Staatsbürgerschaft muss der Bewerber besitzen. Und es gibt weitere Voraussetzungen sowie diverse Ausschlussgründe.

Mit Unterstützung eines Beamers, unterlegt durch persönliche Beispiele, informiert Höhne und spricht darüber, wie Schöffen zum Einsatz kommen, welche Rechte und Pflichten sie haben und wie ihre Wahl erfolgt. Laut Gesetz können Bürger als Vertreter des Volkes aber auch berufen werden. Die neue Schöffenperiode dauert von 2014 bis 2018. Ab sofort kann sich jeder Interessierte bei seiner Gemeindeverwaltung bewerben, der sich für geeignet hält und gewillt ist, als Vertreter des Volkes zu richten. Im Internet können unter www.schoeffen-md.de entsprechende Formblätter heruntergeladen werden. – KVHS-Mitarbeiterin Rosemarie Müller attestiert dem VERM-Chef nach 90 Minuten schließlich eine „plastische Darstellung“.

Von Dietmar Schulz

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