Container-Lösung an der Grundschule Nord: Diskussion um mögliche Arbeitsgruppe

„Muss sofort entschieden werden“

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Das Schulareal an der Bergstraße bietet ausreichend Platz für eine Container-Variante. Eigentlich sollte der Stadtrat diese Lösung am Montagabend beschließen, doch die Problematik wird in den Fachausschüssen weiter diskutiert.

Stendal. Die Platzprobleme an der Stendaler Grundschule Nord und dem dazugehörigen Hort sollten mit Modulen, der sogenannten Container-Variante, gelöst werden. Das hatte die Stadtrats-Fraktion SPD/FDP/Piraten/Ortsteile einst in einem Antrag gefordert.

Schule, Verwaltung und Politik hatten sich im Nachhinein darauf verständigt. Dennoch kam es im Stadtrat am Montagabend zu einer Diskussion über dieses Vorgehen, die letztlich dazu führte, dass der Antrag nicht entschieden wurde, sondern in die Fachausschüsse zur Beratung zurückgehen wird.

Hardy Peter Güssau (CDU), Fraktionschef der CDU/Landgemeinden, sprach den Aspekt der Nachhaltigkeit an. „An so eine Übergangslösung gewöhnt man sich schnell. Bei Baukosten von knapp 300 000 Euro sollte überlegt werden, ob man nicht direkt einen festen Bau dahin setzt“, so Güssau, „wenn man es macht, dann richtig“. Das bestehende Konzept, für das seitens des Landes auch Fördermittel in Aussicht gestellt wurden, bleibe davon unberührt. „Aber das wäre zukunftssicher“, befand Güssau.

Diesem Vorschlag schloss sich die Fraktion aus Linkspartei und Bündnisgrünen an. Sven Meinecke (Die Linke) schlug zudem die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, die neben ausgesuchten Stadträten der verschiedenen Fraktionen auch Verwaltungsmitarbeiter der betroffenen Ressorts sowie Vertreter von Schule und Eltern beinhalten solle. Erst wenn es dort, nach möglichst kurzzeitiger Beratung, zu einer Einigung käme, solle die Thematik in den Fachausschüssen besprochen werden. Auch der stellvertretende Oberbürgermeister Axel Kleefeldt sprach sich für eine Arbeitsgruppe aus: „Das finde ich sehr interessant. Sobald die Mitglieder festgelegt sind, könnte die Verwaltung schnell zu Beratungen einladen.“

Die Grundschule Nord ist mit aktuell 297 Schülern bereits deutlich überbelegt, wie aus einer Beschlussvorlage der SPD/FDP/Piraten/Ortsteile-Fraktion hervorgeht. Die Einrichtung an der Bergstraße sei lediglich für 240 Schüler konzipiert. Diese Überbelegung führe bei Unterrichts- und Fachräumen, insbesondere aber bei Horträumen, zu akutem Platzmangel. So hat der Hort bereits die Bibliothek der Grundschule übernehmen müssen. Die Bibliothek selbst wurde in einen Besprechungsraum der Schule ausgelagert.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir auch einen gewissen Zeitdruck haben“, erinnerte Dr. Herbert Wollmann (SPD). Die Container-Variante sei am schnellsten umsetzbar und stelle auch keine schlechte Lösung für die Grundschule dar. „Wenn wir uns jetzt mit Diskussionen aufhalten, wird es knapp, wenn die Container zu Beginn des Schuljahres 2017/18 aufgestellt sein sollen“, so der Mediziner. Antragsteller Reiner Instenberg (SPD) wurde deutlich: „Die Problematik an der Grundschule Nord muss sofort entschieden werden. Das sollte auch nicht mit anderen schulischen Themen wie der Petrikirchhof-Grundschule verknüpft, sondern einzeln behandelt werden.“ Der Änderungsantrag, das Thema in die entsprechenden Fachausschüsse zurückzustellen, wurde einstimmig beschlossen.

Von Mike Höpfner

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