Polizeieinsätze vor Moschee in Stendal / Gespräch mit Vorstand am Wochenende

Muslime nach Bautzen in Vorsicht

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In der jüngsten Vergangenheit musste die Polizei öfter zur Islamischen Gemeinde Stendal (kleines Bild), um Streitigkeiten zu klären. Vor dem Hintergrund der Bautzener Übergriffe, will der Gemeinde-Vorstand am Wochenende Gespräche führen.

Stendal. Vor den Räumlichkeiten der Islamischen Gemeinde Stendal im Stadtseegebiet soll es in jüngster Vergangenheit zu mehreren Polizeieinsätzen gekommen sein. Dies meldete ein AZ-Leser kürzlich. Und tatsächlich kann das Revier Stendal von zwei Einsätzen berichten.

Es soll sich um „Auseinandersetzungen verbaler Art“ gehandelt haben, wie Polizeisprecher Marco Neiß auf AZ-Anfrage mitteilt. Bei einem Vorfall habe es Streit an einem dortigen Imbiss gegeben. Um einen 20-Euro-Schein und nicht vorhandenes Wechselgeld sei ein Konflikt entbrannt. „Ein Mitglied der Moschee hat schon versucht, zu schlichten“, so Neiß. Der Inhalt des anderen Streitgesprächs ist dem Beamten nicht bekannt. Es sei bereits vor Eintreffen der Polizei in Landessprache ausdiskutiert worden. Über die beteiligten Nationalitäten konnte die Polizei keine Angaben machen.

Zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen beziehungsweise Menschen mit Migrationshintergrund und deutschen Bürgern wie aktuell im sächsischen Bautzen soll es in der Rolandstadt gar nicht erst kommen. „Wir stehen mit allen Beteiligten in Kontakt und versuchen, Problemen dieser Art früh entgegenzuwirken“, so der Reviersprecher.

Innerhalb der islamischen Gemeinde betrachtet man die Vorfälle vor dem Hintergrund der Taten in Bautzen dagegen kritischer. „Wir werden innerhalb des Vorstandes am Wochenende Gespräche darüber führen, wie wir künftig mit Auseinandersetzungen dieser Art umgehen wollen“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Sami Mukbel. Die Gemeindemitglieder würden das Geschehen rund um Flüchtlinge sehr genau beobachten. „Da machen wir uns schon öfter Gedanken“, berichtet Mukbel im AZ-Gespräch.

Was die Streitigkeiten der vergangenen Tage betrifft, zählt Mukbel auch auf die Hilfe des Vorsitzenden, Mohamed Abolagsem Msaik. „Er hat solche Situationen bislang immer in den Griff bekommen“, sagt Mukbel und hofft, dass Vorfälle dieser Art innerhalb und außerhalb der Gemeinde auch künftig die Ausnahme bleiben.

Von Mike Höpfner

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