Die Zwanziger Jahre: Kunstschule setzt mit Jubiläumssommerfest Maßstäbe / Riesenbeifall fürs „Mega-Orchester“

Musikalisches Stelldichein glänzt golden

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20. Sommerfest und die Goldenen Zwanziger: Das „Mega-Orchester“ sorgt für Gänsehaut und spielt eine Zugabe. Schulleiterin Maike Schymalla und Förderkreissprecher Hannes Rühlmann haben sich in Schale geworfen.

Stendal. Kokett bändigt Maike Schymalla, die Leiterin der Musik- und Kunstschule, die Federboa und lässt die endlose Zigarettenspitze zwischen den Fingern wippen.

Hannes Rühlmann, Sprecher der städtischen Einrichtung und an diesem Abend der Moderator, trägt wie selbstverständlich ein Monokel. Der Hof des Adam-Ileborgh-Hauses avanciert an diesem besonderen Abend ein Stück weit zum Berliner Alexanderplatz. So oder ähnlich muss es gewesen sein, das Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger Jahre. Perlenketten, Stirnbänder und Handtaschen, Gehrock und Zylinder sowie natürlich Jazz, die charmant-amüsanten Comedian Harmonists und jede Menge andere Musik – die Besucher des 20. Sommerfestes „Stendalia incognita“ sind begeistert. Das extra für die Jubiläumsauflage gebildete „Mega-Orchester“ aus mehr als 60 Musikern erhält für seinen finalen „Bolero“ und „An American in Paris“ sogar stehende Ovationen.

Die Kinder der „Musikalischen Früherziehung“ hatten den bunten Abend eröffnet. Die Gruppen unter der Leitung von Elisabeth Seyer und Sebastian Socha trugen unter anderem einen „Flohtango“ vor. Eine Streichergruppe interpretierte Joseph Haydns „Ländler“ und weitere Werke. Das Blockflötenensemble spielte „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?“ Tänzerinnen des Ballettstudios „La danse“ erzählten auf ihre Weise „Von fremden Ländern und Menschen“ und brachten zudem den „Spanischen Tanz“ auf die Bühne. Texte der Zwanziger Jahre, bekannte Melodien wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Wochenend und Sonnenschein“ waren zu hören. Fagott, Blockflöte, Kontrabass, Gitarre und Trompete – Schüler zeigten, was sie bereits gelernt haben, Lehrer, was sie alles so können. Eine gelungene Leistungsschau der Einrichtung an der Poststraße, so der Tenor unter den Besuchern.

Die „Aerophilia Company“ bereicherte das Programm der Schule. Die „Luftpiratinnen“ Sophie Jüres und Johanna Strass präsentierten im Garten Akrobatik an Tüchern. Jung und Alt zeigten sich von dem artistischen Lufttheater beeindruckt. Die Big Band der Musik- und Kunstschule unter Leitung von Benjamin Ulrich sorgte schließlich für swingende Stimmung bis spät in der Nacht. Der Förderkreis der Einrichtung mit Guido Hinz an der Spitze kümmerte sich um das leibliche Wohl der Gäste. Und ein Quiz zur Historie der Sommerfeste vergangener Jahre lud zum Miträtseln ein.

Von Marco Hertzfeld

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