Knirpse der Borghardt-Kita weihen ihr neues Spielgerät Marke Eigenbau ein

„Murmelbahn hat Grips gekostet“

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Kita-Leiter Bernd Mitsch erklärt seinen zahlreichen Schützlingen die Funktionsweise ihres neuen Spielgerätes und wer wann die Murmelbahn nutzen darf.

Stendal. „Die Kinder wollen bei uns auch selbst mitgestalten“, so beschreibt Kita-Leiter Bernd Mitsch den Werdegang einer gestern neu eingeweihten Murmelbahn im „Abenteuerland“ der Borghardt-Stiftung.

Auch wenn die konkreten Pläne für das ungewöhnlich klingende Spielgerät eigentlich von den Erzieherinnen kommen, hätten die Kinder einen nicht unwesentlichen Teil zur Umsetzung beigetragen.

Eine Murmelbahn ist eine an der Wand aufgehängte Holzplatte, auf deren Oberfläche mithilfe von Klettbändern Plastikrohre befestigt sind. Dort hinein können die Kinder ihre Glasmurmeln werfen und sie danach in einer Art Auffangvorrichtung wieder einsammeln. Immer zwei Kinder pro Gruppe dürfen künftig damit spielen, drei Gruppen gibt es insgesamt.

Doch mit einer Murmelbahn sollte nicht nur der Flur spannender gestaltet werden. In erster Linie sollten die Kinder etwas Neues ausprobieren können. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, entschied man sich in der Kita der Borghardt-Stiftung für eine Murmelbahn Marke Eigenbau. „Das hat uns eine Menge Grips gekostet“, so Mitsch im AZ-Gespräch. Auch die physikalische Komponente spiele eine Rolle, also in welchen Bahnen sich die Murmeln bewegen und nach welchen Gesetzmäßigkeiten. „Die Holzplatte haben wir aus einem Baumarkt bekommen, die Rohre sind eine private Spende“, sagt Mitsch.

„Und deswegen dürfen Moritz und Amadeus jetzt auch zuerst damit spielen, weil sie in der Vorbereitung so fleißig mitgeholfen haben“, nennt Mitsch seine produktivsten Schützlinge. In der Kita der Borghardt-Stiftung geht es immer auch darum, inwieweit die Jüngsten in kreative Prozesse miteingebunden werden können. „Partizipation ist auch bei uns ein immer größeres Thema“, berichtet der Kita-Chef. Ihre wachsamen Augen auf das Geschehen hatten zusätzlich die Erzieherinnen Heidrun Taeger und Sarah Paschke. „Die Kinder haben die Holzplatte abgeschliffen und bemalt“, so Mitsch. Es gehe darum, den Kindern beizubringen, dass solche Spielgeräte nicht einfach fertig aus dem Laden kommen, sondern auch Arbeit bedeuten können.

Der Selbstbau hat zudem Tradition in der Einrichtung. „Wir haben im vergangenen Jahr eine Bewegungsbaustelle selbst gestaltet.“ Künftig dürfen sich die Kinder täglich mit ihrer neuen Murmelbahn vergnügen. Doch erst nach dem Frühstück, denn vorher sind die Kleinsten im Alter von null bis drei Jahren an der Reihe. Vorschläge aus den Reihen der Knirpse zur Verschönerung des Gebäudes sollen auch künftig Gehör finden.

Von Mike Höpfner

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