„Müssen Kurs zu Ende bringen“

Für Hauptschulabschluss: Sieben von einst neun Teilnehmern büffeln an  VHS

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Menschen ohne Schulabschluss müssen sich nicht nur mit beruflichen, sondern auch mit sozialen Konsequenzen auseinandersetzen. Die sieben der ursprünglich neun angemeldeten Teilnehmer sind motiviert, den Kurs an der Stendaler VHS zu beenden.

Stendal. Die erste Hälfte auf dem Weg zum Schulabschluss haben die Teilnehmer bereits absolviert. Bevor im März nächsten Jahres die Prüfungen beginnen, müssen sich die Erwachsenen noch einmal anstrengen, damit es mit dem Hauptschulabschluss auch klappt.

Der Vorbereitungskurs auf die Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, wie er offiziell heißt, an der Städtischen Volkshochschule (VHS) läuft bereits seit Februar. „Zwei Teilnehmer haben seitdem aufgehört“, berichtet die Leiterin der Einrichtung, Joanna Sannemann, im AZ-Gespräch.

Ursprünglich hatten sich neun Teilnehmer zusammengefunden. Gut für den Kurs, denn die Mindestgröße, die hätte erreicht werden müssen, lag bei acht Schülern. Die noch verbliebenen sieben Aspiranten auf den Schulabschluss müssen sich allerdings keine Sorgen machen, dass ihnen das Erreichen des Bildungsgrades verwehrt wird. „Auch wenn es am Schluss nur sechs Teilnehmer sind, den Kurs müssen wir zu Ende bringen“, bekräftigt die VHS-Chefin.

Auch zeigen sich die Dozenten mit den Leistungen der Schüler sehr zufrieden. „Die Dozentin, die Biologie unterrichtet, ist sehr stolz auf die guten Leistungen bei der vergangenen Prüfung“, weiß Joanna Sannemann zu berichten. Die Teilnehmer werden in insgesamt 336 Unterrichtsstunden auf die Prüfungen für den Hauptschulabschluss vorbereitet. Unterricht wird in den Fächern Deutsch, Mathematik, Biologie, Geschichte und Geografie erteilt. In den Fächern Deutsch und Mathematik erfolgt jeweils eine schriftliche Prüfung, die anderen Fächer werden mündlich geprüft. Die Teilnehmer, die parallel keine allgemeinbildende oder Abendschule besuchen dürfen, bekommen ihr Wissen in zwei Unterrichtseinheiten pro Woche vermittelt.

„Momentan liegt der Schwerpunkt mehr auf Geschichte und Biologie. Der Deutschkurs pausiert momentan ein wenig“, sagt Joanna Sannemann. Die VHS-Leiterin wünscht sich, dass der Kurs ein positives Beispiel für andere, junge Menschen wird, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Mit positiven Resultaten bei Prüfungen steige automatisch das Selbstvertrauen der Schüler. Migranten haben es aufgrund der Sprachbarriere besonders schwer. „Keinen Schulabschluss zu haben, bringt auch soziale Konsequenzen mit sich“, sagt Sannemann.

Von Mike Höpfner

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