Baustelle Aussichtsplattform: Enger Zeitplan für Leipziger Stahlbau-Team / Morgen Pavillon

Montageprofis schwitzen langsam

Zwei Mega-Krane hieven die erste Stahlstütze zum Verschrauben ins Fundament. Das befindet sich am Fuß des Arneburger Hangs. Bis 17. April soll die Aussichtsbrücke fertigmontiert sein. Fotos: Mahrhold

Arneburg. „Für das Geld sollten sie lieber neue Straßen bauen“, blickt ein resoluter Senior mit Hund und Hut Dienstagfrüh kopfschüttelnd auf das Großaufgebot kraftstrotzender Montagetechnik am Arneburger Hang.

Das Einsatzteam eines Leipziger Stahlbau-Unternehmens lässt die Dieselmotoren zweier Mega-Krane aufheulen. So wird das Surren der Winkelschleifer zeitweise übertönt.

Ein krachender Rums verkündet kurz vor Elf, wie sich Stahlstütze Nummer eins bereit macht für ihre tragende Rolle im Konstrukt der neuesten Arneburger Attraktion. Bis zum 17. April soll die 30-Meter-Aussichtsbrücke mitsamt Pavillon einweihungsfertig sein. Der Bautrupp hat also einen straffen Zeitplan zu erledigen.

Während Elbfischer Gernot Quaschny in Sichtweite am östlichen Ufer seine Aale einholt, bugsiert ein Anwohner zwei Papiertonnen über das Elbauengras. Bis Ende der Woche noch bleibt die Straße „An der Elbe“ wegen der Brückenbauarbeiten auch für Müllfahrzeuge voraussichtlich unpassierbar. „Der Biber hat wieder ganz schön geschrotet“, konstatiert der über 70-Jährige bei seinem Gang durch das Naturschutzgebiet.

Derweil legt ein Bauhelm-Träger auf der anderen Seite des Weihers am Fuße des Brückenfundaments seine Jacke ab. Der Trupp kommt allmählich ins Schwitzen. Und 11.30 Uhr ist es soweit, die erste Stahlstütze schwebt am Haken. Das tonnenschwere Riesenbauteil richtet sich mit Hilfe der Kraft der beiden Hebemaschinen aus der Ferne betrachtet wie ein Streichholz von der Horizontalen in die Senkrechte. Im Fundament am unteren Ende des Hangs findet es seinen Platz, um verschraubt zu werden. Das Schauspiel zwischen Mensch, Technik und Material wird von den Kollegen des Trupps am Boden 30 Meter höher auf der Burgbergterrasse genauestens beobachtet. Von dort wird ein Steg über den Arneburger „Abgrund“ auf Teakholz den Weg an Geländern zum Pavillon weisen. Die Montage des Grundrahmens soll morgen beginnen.

„Ich hoffe sehr, dass da oben nachts immer alles zugemacht wird, damit nicht der Teufel los ist“, ist eine Anwohnerin gespannt. Auf keinen Fall soll es wieder Randale geben wie vor Jahren, als Rowdys Stühle den Burgberg hinabwarfen, wünscht sich die Frau.

Heute aber montieren die Profis aus Leipzig, die schon an der Elbphilharmonie Hamburg oder im Stadion Borussia Mönchengladbach geschraubt haben, weiter an den Arneburger Elbblick-Stützen und Trägern.

Von Antje Mahrhold

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