Landesamt präsentiert Statistik zum Weltsuizid-Tag

Montag ist der Tag der Lebensmüden: Landkreis Stendal im Mittelfeld

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In Sachsen-Anhalt nahmen sich im Jahr 2015 373 Männer und Frauen freiwillig das Leben. Mit 18,6 Selbstmorden je 100 000 Einwohner rangiert der Altmarkkreis landesweit auf dem vierten Platz. Stendal liegt mit einem Wert von 15,6 im Mittelfeld.

Sachsen-Anhalt / Altmark. Im Jahr 2015 nahmen sich in Sachsen-Anhalt 373 Männer und Frauen das Leben. Das entsprach 1,2 Prozent der Todesfälle und bedeutet einen Anstieg um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das hat das Statistische Landesamt zum Weltsuizid-Tag am heutigen 10. September ausgerechnet.

Innerhalb der nichtnatürlichen Todesfälle machen Suizide 28,8 Prozent aus. Die Rate stieg geringfügig von 16,4 im Jahr 2014 auf 16,6 Suizide je 100 000 Einwohner (2005: 10,4). Nach einem Tief im Jahr 2007 (160 Selbstmorde) steigt die Zahl der Suizide in Sachsen-Anhalt seit Jahren kontinuierlich an.

Mit 18,6 Selbstmorden je 100 000 Einwohner rangiert der Altmarkkreis landesweit auf dem vierten Platz. Der Landkreis Stendal liegt mit einem Wert von 15,6 im Mittelfeld. Elf Männer und fünf Frauen nahmen sich in der westlichen, 17 Männer und eine Frau in der Ostaltmark das Leben (diese Angaben beziehen sich auf das Jahr 2014).

Erstaunlicherweise zählen der November (23) und der Januar (22) zu den Monaten, in denen die wenigsten Menschen freiwillig aus dem Leben scheiden. In den Monaten März (38), April (39) und September (37) wurden im vergangenen Jahr hingegen die meisten Selbstmorde registriert. Dass die meisten Suizide an einem Montag (66) und die wenigsten an einem Freitag (39) begangen wurden, überrascht nicht. Dass die Hälfte der Personen, die Suizid begingen, verheiratet (185) und nur knapp ein Fünftel ledig (71) war, muss hier nicht kommentiert werden. Ein knappes Drittel war verwitwet (67) oder geschieden (50).

Auch zu den Todesursachen haben die Statistiker minutiös Buch geführt. Die am häufigsten gewählte Begehungsweise war das Erhängen. Zwei Drittel der Männer (198) und knapp die Hälfte der Frauen (39) wählten den Strick. Jeder zehnte Mann (30) und jede vierte Frau (22) kamen durch eine Vergiftung zu Tode. Jeder elfte Mann (26), der Suizid beging, nahm sich mit einer Schusswaffe das Leben, jede siebte Frau (12) durch einen Sturz in die Tiefe.

Von Christian Wohlt

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, nicht über (geplante) Suizide zu berichten, es sei denn, sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Wenn Sie sich betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufgezeigt haben.

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