Stendals Feuerwehr wünscht sich vom Land klaren Blick und kämpft um Mitstreiter / Familienfeste als Werbetrommel

Zur Monatswende soll der Funke überspringen

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Michael Geffers (r.) und Klaus-Werner Höppner im Gespräch mit der AZ.

Stendal. „Es kann nicht darum gehen, mehr Hauptamtliche in den Brandschutz zu holen. Wir müssen die Attraktivität des Ehrenamtes erhöhen. “ Wenn es um die Zukunft der Feuerwehr geht, hat auch Stendals Wehrleiter kein Patentrezept, was er unumwunden eingesteht.

70 Frauen und Männer befinden sich momentan im aktiven Dienst, mindestens 25 mehr wären schön. Berufsfeuerwehren gebe es allein in den großen Städten Sachsen-Anhalts, für den ländlichen Raum seien sie fern jeder Finanzierbarkeit. Die Landespolitik setze die Rahmenbedingungen, sicherlich. Und deshalb müsse diese sich schon fragen lassen, ob das Institut für Brand- und Katastrophenschutz wirklich an der Magdeburger Universität so gut aufgehoben ist oder nicht doch lieber im praxiserprobten Heyrothsberge bleiben sollte. Und woher genau die von den Magdeburger Koalitionären avisierten zusätzlichen Millionen für den Brandschutz kommen sollen, sei eine weitere spannende Frage.

Für die Arbeit vor Ort zähle letztendlich vor allem das persönliche Gespräch, das Miterleben, das Weitersagen, ein positives Signal. Und auch deshalb sei die Monatswende mit den zwei traditionellen Veranstaltungen, dem „Tanz in den Mai“ und dem Tag der offenen Tür, so wichtig. „Sind wir doch mal ehrlich: Viele Menschen kennen die Feuerwehr im wahrsten Sinne des Wortes nur vom Hören, wenn die Sirene ertönt, ein Fahrzeug unterwegs ist.“ Wer mehr wissen wolle, den Brandschutz wertschätze, sollte das auch zeigen, sich bekennen, Veranstaltungen wie die am 30. April und 1. Mai besuchen und über die ehrenamtliche Karriere bei den Floriansjüngern nachdenken, so der Stadtwehrleiter und Landesbrandmeister für den Bereich Nord bei einem Pressegespräch.

Der Förderverein sieht die Feuerwehr und sich auf einem guten Weg, trotz aller Sorgen. Der Verein zähle aktuell 81 Mitglieder, Tendenz: steigend. In der Jugendarbeit gebe es noch Luft nach oben. „Aber auch da benötigen wir weitere engagierte Leute, um entscheidend voranzukommen. Wir arbeiten an den Strukturen“, versichert Klaus-Werner Höppner, Vorsitzender des Fördervereins. Sein Vorschlag: Ein Tag der Vereine könnte auch der Feuerwehr die wichtige zusätzliche Aufmerksamkeit bescheren.

Das ist noch Zukunftsmusik, zurück zur Monatswende und den zwei Veranstaltungen, die schon fast kleine Familienfeste seien: Der Tanz in den Mai, 30. April, startet um 17 Uhr auf dem Gelände an der Von-Schill-Straße. Interessierte können sich auf Maibaum, Fackelumzug, Maifeuer, Diskomusik, Leckereien und Kettenkarussell freuen. Letztgenanntes ist auch beim Tag der offenen Tür, 1. Mai, aufgebaut. DLRG-Taucher, Kinder- und Jugendfeuerwehr, THW und natürlich die aktiven Floriansjünger zeigen, was sie können. Schminken und Henna-Malerei sind ebenfalls geplant. Beginn: 10.45 Uhr.

Von Marco Hertzfeld

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