Umzäunter Spielplatz stört Badegäste und Angler / Bauamt will prüfen

Maschendraht macht Ärger: „Wer hat das veranlasst?“

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„Ich wünsche mir eine Tischtennisplatte auf dem Spielplatz“, sagt Felix Lukowsky ziemlich mutig vor vielen Fremden. Der Neunjährige aus Behrendorf setzt sich bei den Werbener Stadträten auch für ein Volleyballfeld auf dem Sportplatz in Behrendorf ein.

Behrendorf. „Wir müssen eine Alternative suchen“, will Bauausschuss-Chefin Elisabeth Gellerich am Mittwochabend Gemüter beruhigen.

Der erste Auftritt des erst vor Kurzem ins Amt gerufenen Werbener Stadtratsgremiums trifft im Ortsteil Behrendorf auf geballtes Bürgerinteresse. Und auf jede Menge Wut. „Hier verfault alles“, meint ein Anwohner und ruckelt am offensichtlich arg wackeligen Mittellager einer -verwitterten Wippschaukel. „Aber für den teuren Zaun ist das Geld da“, schimpft seine Nachbarin. Auch Arneburg-Goldbecks Bauamtsleiterin versucht, die Wogen zu glätten. Warum aber das gesamte Areal gegenüber des Wohnblocks an der Landesstraße  mit neuem Maschendraht abgegrenzt wurde und nicht wie erwartet nur der Spielplatz, das muss auch Simone Kuhlmann erst noch prüfen. „Aus Sicht der Kinder ist es vernünftig, dass es einen Zaun zur Straße und zum Teich gibt“, so die Amtsleiterin mit Verweis auf drohende Gefahren. Darüber habe es im Werbener Stadtrat „lange Diskussionen“ gegeben, erinnert sich Kuhlmann.

Auf großes Interesse stößt der Besuch des Bau-Ausschusses in Behrendorf. Weil dort nicht nur der Spielplatz, sondern die ganze Freizeitfläche schwerer erreichbar ist, wird ein Tor gefordert.

Nun sei aber der Zugang zur Badestelle in der „Kuhle“, die direkt an die umzäunte Fläche angrenzt, massiv erschwert, beklagt eine Behrendorferin. Ebenfalls schwer erreichbar sei auch die Feuerstelle. Und zum Anglerheim auf dem als „Dorfplatz“ benannten Teilstück gelange man nun auch nicht mehr auf kürzestem Wege, hören Werbens Stadträte. Da der Behrendorfer Teich auch für die Löschwasserversorgung bedeutsam ist, kommt die Runde schließlich überein, dass in den Zaun am besten ein Tor eingebaut wird. Schlüssel dafür sollen die Feuerwehr und die Angler bekommen, denn der Teich ist als ein Pachtgewässer auch ein Revier für Petrijünger. Von all dem weiß Felix Lukowsky nicht viel. Der Neunjährige zeigt sich vor den vielen Fremden ziemlich mutig. „Ich wünsche mir eine Tischtennisplatte auf dem Spielplatz und ein Volleyballfeld am Sportplatz“, wendet sich der Junge an die Vorsitzende. Und Elisabeth Gellerich notiert, worauf die Jugend im Ortsteil hofft. „Die Kinder werden ja älter“, begründet Mutter Lukowsky.

Von Antje Mahrhold

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