Stendal rüstet sich für Silvester / Stadtsprecher: Brandgefahr nicht erhöht / Bauhof räumt auf

Marktplatz keine verbotene Zone

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Große Verletzungsgefahr: Die Polizei warnt immer wieder vor sogenannten Polenböllern und bengalischem Feuer.

Stendal. Einer großen Knallerei in Stendal steht nichts im Wege. Selbst der historische Marktplatz ist für das Feuerwerk an Silvester keine verbotene Zone.

„Es können zwar Einschränkungen gemacht werden, dies ist jedoch an das Vorliegen konkreter Gefahrenlagen, wie einer erhöhten Brandgefahr in unmittelbarer Nähe zu Fachwerkhäusern oder Reetdächern, gebunden“, erläutert Rathaussprecher Klaus Ortmann. Im Zentrum der Rolandstadt gebe es solche „speziellen Bedingungen“ im Sinne der Sprengstoffverordnung nicht. Anders ist das beispielsweise ein Quedlinburg im Harz oder in einigen thüringischen Städten, die zumindest in eng begrenzten Gebieten keine Knaller und Raketen dulden.

Knallkörper der Klasse II nicht für jedermann

Dennoch müssten sich natürlich auch die Stendaler an Spielregeln halten. Feuerwerkskörper der Klasse II dürfen nur am 31. Dezember und am 1. Januar von Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr abgebrannt werden. „Die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten obliegt dem Landkreis als zuständiger Behörde. Werden Verstöße im Stadtgebiet festgestellt, wird dieser informiert“, so Ortmann auf Anfrage der AZ. Immer wieder würden zum Jahreswechsel Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren mit Feuerwerkskörpern angetroffen. Diese werden kurzerhand einkassiert und dem Landkreis übergeben.

Zerstörungswütige im Visier

Auch wenn an Silvester keine Mitarbeiter des Ordnungsamtes eingesetzt sind, gibt sich die Stadt gewappnet. Ortmann: „Die städtischen Gebäude sind grundsätzlich wachschutzgesichert, nicht nur in der Silvesternacht. Vorkehrungen gegen mutwillige Zerstörungen sind, soweit möglich, immer getroffen.“ Ein Mitarbeiter der Verwaltung wird in diesen „explosiven“ Stunden Bereitschaftsdienst haben. Und auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sei auf den Jahreswechsel mit all seinen Herausforderungen ausgerichtet.

Städtischer Bauhof räumt nicht überall auf

Nach dem großen Spaß räumen Mitarbeiter des Bauhofes ab 6.30 Uhr in der Innenstadt auf. Ein Kehrmaschinenfahrer und sieben Kollegen werden für etwa zweieinhalb Stunden unterwegs sein. Zudem kommt ein Lkw zum Einsatz. Die Kosten für Personal und Technik betragen circa 600 Euro, zuzüglich der Entsorgungskosten für den eingesammelten Abfall. Ortmann betont: „Die Straßenreinigungssatzung gilt auch am Neujahrsmorgen. Alle Grundstückseigentümer haben die Pflicht, den Abfall vor ihrem Grundstück einzusammeln und zu entsorgen. Die Stadt übernimmt die Reinigung nur in den Straßen, in denen die Reinigungspflicht nicht auf die Anlieger übertragen wurde, sowie in repräsentativen Lagen der Innenstadt.“

Rat: Nur Feuerwerk mit Prüfsiegel kaufen

Der Rathaussprecher hat noch einige Tipps, damit auch alles ohne Blessuren abgeht: Man sollte nur in Deutschland zugelassene Pyrotechnik, Feuerwerkskörper mit dem Material- und Prüfsiegel BAM, erwerben und verwenden. Die Gebrauchsanweisung unbedingt beachten, die Feuerwerkskörper nicht leichtsinnig und unsachgemäß anwenden. Dazu gehört: Feuerwerk nur im Freien verwenden, Sicherheitsabstand halten, nicht am Körper tragen, nicht auf Personen oder Personengruppen richten oder in offene Fenster, Türen, Briefkästen werfen, auch nicht vom Balkon aus zünden oder von oben nach unten werfen, die Windverhältnisse beachten, Flugrichtung so wählen, dass sie nicht in leicht brennbare Materialien niedergehen, nicht in unmittelbare Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- oder Altenpflegeheimen sowie Reet- oder Fachwerkhäusern abbrennen, Blindgänger auf keinen Fall nochmals zünden, sondern nach einiger Wartezeit unschädlich machen.

Von Marco Hertzfeld

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