Kein „Zimmer zum Spaß haben“ für 27-Jährigen

Maria H.: Beklagter in Hotel abgewiesen

mih Stendal. Der Prozess gegen den 27-jährigen Stendaler W. , der die Geschädigte Maria H. im Dezember 2014 räuberisch erpresst und vergewaltigt haben soll, ging gestern vor dem Landgericht in die nächste Runde.

W. soll sein Opfer in Berlin zunächst mit vorgehaltenem Messer zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Danach habe er sich mit H. in ein Hotel einquartieren wollen, was ihnen jedoch nicht gelang. Erst in Stendal konnten sie die Nacht laut der Anklageschrift in einer Obdachlosen-Unterkunft verbringen.

Als Zeuge geladen war ein 20-jähriger Hotelfachmann, der in der Tatnacht an der Rezeption eines Berliner Hotels gearbeitet hatte. Sowohl der Angeklagte als auch das Opfer hätten ein Zimmer für eine Nacht buchen wollen. „Mein erster Gedanke war, die wollen ein Zimmer zum Spaß haben“, gab der Zeuge gegenüber dem Vorsitzenden Richter Ulrich Galler an. Weder der 27-Jährige noch das Opfer hätten sich ausweisen können, weswegen er die Buchung verweigert habe.

Daraufhin habe W. angeboten, den doppelten Preis für das Zimmer zu zahlen und den Zeugen gefragt, „ob das denn so ginge“. Der Zeuge habe dies verneint. Der Verteidiger des Beklagten, Sven K. Schneider, wollte von dem Hotelfachmann wissen, ob er einen der beiden Personen im Gerichtssaal wiedererkennen würde. Der 20-Jährige verneinte, weil es schon zu lange her sei. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

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