Ausländerhass und Ruf nach Stendaler Bürgerwehr in sozialen Medien

„Keine Hinweise auf eine Misshandlung, auch nicht in sexueller Hinsicht“

kah Stendal. Nach einem im Internet in lokalen Netzwerk-Gruppen verbreiteten Bericht über den mutmaßlichen Missbrauch einer jungen Frau hat nun die Polizei Stendal den Stand der Dinge erklärt. Demnach soll die junge Frau am Samstagabend in hilfloser Lage am Nordwall in der Nähe des Uenglinger Tores gefunden worden sein.

Screenshot von Facebook

Was dazu geführt hat, „können wir nicht mit Gewissheit sagen“, erklärte Polizeisprecher Marco Neiß. Die Ermittlungen gingen derzeit in alle Richtungen. Nach seinen Informationen habe das Mädchen selbst nicht von einer Vergewaltigung gesprochen, zudem gäbe es „keine Hinweise auf eine Misshandlung, auch nicht in sexueller Hinsicht“. Derzeit würden verschiedene Spuren ausgewertet und Zeugen vernommen. Warum das Mädchen dort lag, könne man sich noch nicht erklären, außerdem sei auch nicht erwiesen, wie lange sie dort gelegen habe. Die Polizei will keine weiteren Angaben machen – auch zum Schutz der jungen Frau. Der Hinweis auf eine mutmaßliche Misshandlung war am Sonntagabend 400-fach im Internet geteilt worden. Er ging zurück auf eine Mitteilung der „Anwohnerschaft“ des Nordwalls. Der Beitrag schlug hohe Wellen, von Betroffenheit über Hilfsangebote bis hin zu Ausländerhass und dem Ruf nach einer Stendaler Bürgerwehr.

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