Hochbauamt rät zu sofortigem Handeln

Liste deckt Mängel in Stendaler Kitas auf

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Die Kita „Märchenland“ wird bereits in diesem Jahr umfassend saniert. Ausgehend von einer Mängelliste, die das Hochbauamt erstellt hat, gibt es bei nahezu allen anderen Kindertagesstätten Sanierungsbedarf in unterschiedlichem Maß.

Stendal. Nicht nur in einigen Rolandstädter Grundschulen herrscht akuter Sanierungsbedarf. Auch die Kitas für die Jüngsten sind teilweise in einem sanierungsbedürftigen Zustand.

Dies geht aus einer Mängelliste hervor, die das Hochbauamt für sämtliche Einrichtungen der Stadt aufgestellt hat. In seiner Sitzung am 30. Mai hatte der Stadtrat die Verwaltung aufgefordert, einen solchen Überblick zu erstellen.

„Es wird dringend empfohlen, die sofort zur Verfügung stehenden Mittel aus Energieeinsparungen zur Finanzierung dieser Maßnahmen bereits für 2016 verwenden zu können“, so die eindeutige Botschaft aus dem Fachamt. Die Einsparungen waren durch den relativ milden Winter 2015/2016 entstanden. Die Rücklagen im städtischen Haushalt belaufen sich auf rund 307 000 Euro. Und sollen neben den Einrichtungen für die jüngsten Altmärker auch den Grundschulen zugutekommen. Weiterhin empfiehlt das Hochbauamt, auch künftige Rücklagen aus Energieeinsparungen für Kitas und Schulen zurückzustellen.

So ist beispielsweise in der Kita „Mischka“ an der Osterburger Straße im Ernstfall keine Rettung über das Küchenfenster möglich, weil sich nur das Oberlicht öffnen lässt. Außerdem sei der Schallschutz unzureichend. Auch in den Kindertagesstätten der Ortschaften gibt es bauliche Mängel, wie das Hochbauamt mitteilt. So befindet sich im Jarchauer „Zwergenstübchen“ der Zugang zur Personaltoilette im Krippenschlafraum. Einen Personalraum gibt es dort gar nicht. Darüber hinaus ist nur ein Rauchmelder vorhanden, weitere sollen nachgerüstet werden. In der Nahrstedter Einrichtung blockiert die Tür zum Krippenraum im geöffneten Zustand den Notausgang. Bei den Knirpsen der Kita „Wahrburg“ wurde ein Lagerraum zum Erholungsraum umgenutzt. Dies entspreche aber nicht der Baugenehmigung. In der Ortschaft soll künftig auch die Pflege der Dachbegrünung organisiert und der Anstrich der Holzfassade überholt werden.

Doch nicht jede Kindertagesstätte weist bauliche Mängel auf, die unverzüglich behoben werden sollten. Insgesamt 13 Kitas stehen in der Liste des Hochbauamtes. Dazu kommt der Ausweich-Kindergarten an der Osterburger Straße. Letztgenannter gehört beispielsweise nicht zu den rot unterlegten Einrichtungen, denen die Verwaltung den Vorzug gibt. Auch die Kitas „Börgitz“ und „Nordspatzen“ stehen bei den Bauvorhaben nicht an allererster Stelle. Die Einrichtung „Märchenland“ im Stadtseegebiet wird bereits in diesem Jahr umfassend saniert.

Im „Regenbogenland“ an der Rostocker Straße dagegen liegen die geschätzten Baukosten momentan bei knapp 30 000 Euro. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Holzfenster zum größten Teil ausgetauscht oder zumindest gestrichen werden müssen. Dafür alleine hat das Fachamt 20 000 Euro kalkuliert. Auch sind dort die Lärmschutzdecken in einigen Räumen unzureichend.

Die Entscheidungsgewalt darüber, ob die rund 300 000 Euro für die Sanierungsmaßnahmen verwendet werden, hat der Stadtrat.

Von Mike Höpfner

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