Genossen erinnern an Opfer des NS-Staates / CDU-Bürgermeister: Heutiges System verteidigen

Linke sieht Nato zu weit im Osten

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Siegfried Jaluschka (r.) und Genosse legen wie zuvor Nico Schulz einen Kranz nieder.

Osterburg. Wer die Nato stetig nach Osten ausdehne, wer Waffen produziere und exportiere, dürfe sich nicht über die Folgen wundern.

Wenn der Reichtum allein auf zehn Prozent der Menschen falle, bleibe auch das nicht ohne Folgen, und die AfD treibe „einen Spalt in die Gesellschaft“. Siegfried Jaluschka und weitere Mitglieder des Osterburger Ortsverbandes der Linken erinnern an das Ende des 2. Weltkriegs und sehen gewisse Parallelen in der aktuellen Entwicklung. Der Vorsitzende und ein Genosse legen ein Blumengebinde an einem Gedenkstein nieder. Auf diesem steht nicht erst seit gestern: „Ruhm und Ehre den Opfern des Faschismus und den Lebenden zur Mahnung. “.

Nico Schulz (CDU), Bürgermeister der Einheitsgemeinde, sieht in dem alljährlichen örtlichen Gedenken am 8. Mai eine schöne Tradition von Linkspartei und Stadtoberhaupt und begrüßt den liberaldemokratischen Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Walter Baumgart. Insgesamt 65 Millionen Menschen seien im Krieg zwischen 1939 und 1945 umgekommen, mehr Zivilisten als Soldaten, und allein sechs Millionen Juden. Die Frage nach dem Warum wiege auch die vielen Jahre danach schwer. Die NSDAP habe auch Osterburg ab 1933 immer mehr unter ihre Kontrolle gebracht. Im Stadtparlament saßen schnell allein Nazis, über dem Parteilokal der SPD wehte bereits am 13. März die Hakenkreuzfahne. Sozialdemokraten und Kommunisten wurden verhaftet. Im April desselben Jahres gab es einen Boykottaufruf gegen jüdische Geschäfte. Schulz erinnert mithilfe einer Chronik auch an den Leidensweg von Zwangsarbeitern, die nicht zuletzt auf den Spargeldern der Gegend schufteten. Osterburg ist im Krieg bombardiert worden, Häuser wurden zerstört, die Werderwiesen brannten. Schulz: „Unser friedliches System heute ist nicht selbstverständlich.“

Von Marco Hertzfeld

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