Stendaler Ronny Gutzeit erkrankt / Typisierungsaktion im Oktober

Leukämie: „Es kann wirklich jeden treffen“

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Der 33-jährige Ronny Gutzeit liegt momentan mit akuter lymphatischer Leukämie im Magdeburger Uniklinikum. Seine Frau Stephanie hat eine Typisierungsaktion ins Leben gerufen.

Stendal. Er ging wegen eines geschwollenen Knöchels zum Arzt, doch der Stendaler Ronny Gutzeit erhielt eine niederschmetternde Diagnose: akute lymphatische Leukämie. Seitdem ist das Leben des zweifachen Familienvaters nicht mehr dasselbe.

Im Magdeburger Uni-Klinikum wartet der 33-Jährige nun seit dem 4. August auf passende Stammzellen. Doch seiner Frau, Stephanie Gutzeit, war sofort klar: „Es kann wirklich jeden treffen. Ich wusste, dass ich direkt am nächsten Tag auf den sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv werden musste, um einen Spender zu finden“, so die 30-Jährige im AZ-Gespräch, „die ersten drei Tage waren wie ein Film."

Daher hat Stephanie Gutzeit eine sogenannte Typisierungsaktion ins Leben gerufen. Am Samstag, 8. Oktober, findet diese auf dem Areal der Grundschule Nord, Bergstraße 22. Beginn ist dort ab 10 Uhr. Typisierung bedeutet, dass dort, ähnlich der Blutspende, ein Röhrchen Blut unter ärztlicher Aufsicht abgenommen und untersucht wird. Ist der Spender nicht jünger als 18 oder älter als 50 Jahre und verfügt über keine Organ-, Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten, kommen seine Stammzellen eventuell für Ronny Gutzeit in Frage. Oder für einen der zahlreichen weiteren Leukämie-Erkrankten. „Es geht hier ja nicht nur um meinen Mann“, betont Stephanie Gutzeit, „es gibt so viele Menschen, die ganz dringend einen Spender suchen.“ Potenzielle Spender werden im Anschluss an die Aktion in die Knochenmark-Spenderdatei des Uniklinikums aufgenommen.

Leukämie, oder auch Blutkrebs, beschreibt die Bildung von funktionsuntüchtigen Zellen der weißen Blutkörperchen. „Und es geht bei der Spende nicht an das Rückenmark“, so die Mutter zweier Kinder im Alter von sechs und zehn Jahren. Denn selbst die eigentliche Knochenmarkspende wird nicht aus dem Rückenmark, sondern aus dem Beckenkamm entnommen. „Die entnommene Menge an Knochenmarkzellen wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet“, so heißt es in einem Info-Flyer des Uni-Klinikums. „Die Ärzte dort sind kompetent und helfen uns mit Gesprächen weiter“, so Gutzeit. Man denke schnell, Leukämie sei eine Form von Krebs und somit in jedem Fall tödlich.

Für die Typisierungsaktion, die Stephanie Gutzeit mithilfe von Sponsoren ins Leben gerufen hat, hofft sie auf möglichst viele Teilnehmer. „Das ist auch durchaus eine Veranstaltung für die ganze Familie. Die Kinder werden betreut und bei schönem Wetter gibt es sogar eine Hüpfburg.“

Von Mike Höpfner

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