Landkreis informiert nach Klagen vor Gericht über die Arbeitsbedingungen

Leitstelle Stendal erneut im Fokus

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Laut Landkreis gibt es in der zentralen Leitstelle aktuell 153 Minusstunden, was an der „üppigen Personaldecke“ liege.

Stendal. In der gemeinsamen Leitstelle der Kreise Stendal und Salzwedel arbeiten momentan 18 Disponenten. Bereits zwei Angestellte klagten vor dem Arbeitsgericht und forderten dort bessere Arbeitsbedingungen, zuletzt Beatrix F. (AZ berichtete).

Im Kreisvergabe- und Personalausschuss informierte Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter des Landkreises, am Donnerstag über die Bedingungen in der Leitstelle.

Die Disponenten arbeiten in 12-Stunden-Schichten, an vier Tagen in der Woche. „Davon sind zehn Stunden reine Arbeitszeit. Die übrigen zwei Stunden sind Bereitschaftsdienst, in dieser Zeit nehmen die Mitarbeiter keine Telefonanrufe entgegen“, so Stoll. Die Bereitschaftszeit werde nicht bezahlt. Eine Couch oder einen Ruheraum, in den sich die Disponenten in dieser Zeit zurückziehen können, gibt es nicht. „Bei 12-Stunden-Schichten ist kein Ruheraum vorgesehen, es gibt aber eine Küche“, informierte Stoll. Die Bereitschaftszeit müsse immer mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit betragen. „Wir haben Funk- und Telefonverkehr über sechs Monate untersucht, in diesem Zeitraum waren es sogar über 25 Prozent.“

Aktuell hätten die Disponenten 153 Minusstunden, das liege an der „üppigen Personaldecke“ und würde sich in den Sommermonaten wegen der steigenden Zahl von Einsätzen relativieren. Ab April soll zusätzlich eine vierte Tagschicht eingeführt werden.

Bei einer Dienstberatung habe der Landkreis der Leitstelle einen Vorschlag zur Änderung der Arbeitszeiten unterbreitet. „Wir haben acht Stunden Arbeitszeit und 96 Minuten Bereitschaft vorgeschlagen. Dann allerdings in einer Fünf-Tage-Woche. Das wurde mehrheitlich abgelehnt“, so der zweite Beigeordnete. Es habe auch einen Beschwerdebrief der Angestellten an den Landrat gegeben. „Den haben wir erhalten. Aber diesen Brief haben nicht alle Disponenten unterzeichnet“, so Landrat Carsten Wulfänger.

Von Mike Höpfner

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