Pferdebahn nach sechs Jahren fertig restauriert

Jungfernfahrt in Stendal: Mit dem Lanz zur Garage

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Es war kein Pferd, das die historische Bahn durch die Hansestadt zog. Ein alter Lanz-Bulldog war am Sonntag als Zugmaschine vor das Gefährt gespannt worden.

Stendal. Strahlende Gesichter bei den Mitgliedern des Stendaler Husarenvereins und den Mitgliedern des Vereins Nordwall Classic Garage: Sechs Jahre lang haben sie an der Restaurierung des Wagens Nummer 4 der historischen städtischen Pferdebahn gearbeitet – nun fährt das Schmuckstück.

Nach sechs Jahren der Restaurierung konnten interessierte Stendaler am Wochenende die Pferdebahn an der Nordwall Classic Garage in Augenschein nehmen.

Statt der Pferde war zunächst ein alter Lanz-Bulldog am Sonntag als Zugmaschine vor das Gefährt gespannt worden. Mit ihm ging die erste Fahrt des Wagens los – nach den letzten Einsätzen um das Jahr 1926. Laut tuckernd zog das Gefährt, auf dem die Hobby-Historiker und Restauratoren in traditioneller Kleidung Platz genommen hatten, durch die Straßen. Unterwegs wurden mehrere Stopps eingelegt, wo so manche Fotos geschossen wurden. Am Nordwall angekommen, wurde der Pferdewagen von vielen Schaulustigen empfangen, die dann natürlich die Einladung zu einer kleinen Rundfahrt gern annahmen, aber auch so manche Gespräche mit den Erbauern führten. Dass die Pferdebahn durch die Stadt fahren konnte, war erst durch viele Freizeitstunden, finanzielle Zuwendungen von Sponsoren, dem Land Sachsen-Anhalt und der Toto-Lotto-Gesellschaft möglich.

Dieser historische Tag, auch für die Hanse-Stadt, klang mit einem Rundgang im weihnachtlichen Flair durch die Oldtimer-Halle und mit dem Genuss von Kaffee und Kuchen im gemütlichen rustikalen Vereins-Café aus.

Bevor der Pferdebahnwagen in das Winterquartier auf den Flugplatz rollte, meinte Peter Krupp, Vorsitzender des Husaren-Vereins, sehr erfreut: „Wir alle freuen uns, dass die heutige Testfahrt so zufriedenstellend verlief. Das Fahrgestell, die Bremsen und die Fahrgastzelle wiesen keine Beschädigungen auf.“ In den kommenden Wochen sollen die restlichen Arbeiten an der Deichsel abgeschlossen werden – dann wird es in Vorbereitung der offiziellen Fahrten des Pferdewagens Trainingsrunden mit dem Pferdegespann geben.

Von Klaus Pohlmann

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