Landtag beschließt Würdigung von Stendals bekanntestem Sohn

Nur die Grünen machen nicht mit

Das Winckelmann-Museum in Stendal kann auf die Unterstützung des Landes setzen.

ct Magdeburg / Stendal. Nicht nur für Stephanie-Gerrit Bruer war der Donnerstag ein bedeutendes Datum. Die Direktorin des Winckelmann-Museums verfolgte von der Besuchertribüne aus die Landtagsdebatte über Stendals größten Sohn.

Die Linke hatte ihre Liebe zu Johann Joachim Winckelmann entdeckt und per Antrag gefordert, dass dieser auch gebührend gewürdigt wird. Einer der Schwerpunkte dabei solle eine Ausstellung mit landesweiter Bedeutung sein.

Anlass ist ein Doppeljubiläum. Im Jahr 2017 jährt sich der Geburtstag des Begründers der klassischen Archäologie und deutschen Kunstgeschichte zum 300. Mal. Im Jahr darauf ist sein 250. Todestag. „Winckelmann bietet dem Norden Sachsen-Anhalts eine kulturgeschichtlich bedeutende Identifikationsfigur, deren Potenzial für die Region und internationale Anerkennung es auszugestalten gilt“, heißt es im Antrag.

SPD und CDU brachten einen leicht modifizierten Änderungsantrag ein, der auch mit den Stimmen der Linken angenommen wurde. Lediglich die Grünen enthielten sich. Deren Fraktionschefin Claudia Dalbert sagte, das Land habe viele bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Eine bestimmte zu würdigen, „bloß weil das jemandem zuerst eingefallen ist“, mache keinen Sinn.

„Schade, dass nicht alle Fraktionen mitziehen“, bedauerte Hardy Peter Güssau (CDU) im Anschluss gegenüber AZ. Der Stendaler bezeichnete den Beschluss als „gutes Signal, das über die Grenzen der Altmark hinaus strahlt“. Das sieht auch Gerhard Miesterfeldt so. „Die Linken haben einen vernünftigen Antrag gestellt“, zog Stendals Ex-Landrat für die SPD Resümee.

Johann Joachim Winckelmann wurde am 9. Dezember 1717 in Stendal geboren und verstarb am 8. Juni 1768 in Triest. Die Winckelmann-Gesellschaft und das von ihr geführte Museum in Stendal sind im „Blaubuch kultureller Gedächtnisorte von nationaler Bedeutung“ verzeichnet. Für die Vorbereitung der Jubiläen stehen die Neugestaltung der Winckelmann-Ausstellung, des Kinder- und Erlebnismuseums und des Begegnungszentrums für Senioren im Vordergrund.

Bereits im Juli war ein Zuwendungsvertrag über vier Jahre unterzeichnet worden: Das Land gibt jährlich 97 000 Euro für den Betrieb des Museums. Wie auch Seehausen für Winckelmann wirbt.

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