Mit dem Rad zum Stipendium in die Altmark: Bernburger Schriftsteller und Maler aus Seoul zu Gast

Koreaner bepinselt Bauernscheune

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Das Stipendiatenhaus auf dem Kunsthof Dahrenstedt, einem einstigen Vierseitenhof vor den Toren der Kreisstadt, beherbergt zum fünften Mal kreative Geister.

Dahrenstedt. Umweltfreundlich auf dem Fahrrad ist der fünfte Stipendiaten-Durchgang vor die Tore der Rolandstadt in den Kunsthof Dahrenstedt angereist.

Seit Dienstag nutzen der Bernburger Christian Kreis und der Wahl-Berliner Sang-Hoon Ahn die Ruhe im platten Altmarkland, um kreativ zu sein. „Das sind zwei ruhige, aufgeschlossene Vertreter“, schildert Gastgeber Hejo Heussen der AZ am Sonntag seinen ersten Eindruck vom Stipendiaten-Duo. Der 38-Jährige Sachsen-Anhaltiner und sein aus Korea stammender Mitbewohner auf Zeit wollen das Ergebnis ihrer Schaffenszeit im Dahlener Ortsteil am 30. Juli in einer Vernissage präsentieren.

Bis dahin wird die Kunsthof-Scheune vermutlich großflächig buntfarbig aufgehübscht. Jedenfalls plane der aus Seoul stammende Maler eine entsprechende „Mauerverschönerung“, berichtet Heussen. Der kreative Ostasiate vom Jahrgang 1975 habe als erste Amtshandlung erstmal das Atelier umgeräumt. Etwas ruhiger wirke derweil sein Mitbewohner, der sich in Dahrenstedt seinen Bewerbungsunterlagen zufolge mit einem Prosatext, Titel „Omas Briefbomben“, und damit nach eigenen Angaben mit einer „sehr komplizierten Person“ auseinandersetze. Für Kreis ist es nicht der erste Aufenthalt in einem Stipendiatenhaus, im Oktober 2010 weilte er im Künstlerhaus Ahrenshoop und ein Jahr danach in der Akademie Sonneck.

Für das Stipendium im Hause von Monika von Puttkamer und Hejo Heussen hatten sich 40 Künstler und Schriftsteller aus Deutschland und den Niederlanden beworben. Im Kunsthof Dahrenstedt wirken derzeit der siebte und achte Stipendiat. Die Objektkunst einer Kreativen im Vorjahr ist Heussen noch gut in Erinnerung. Und auf die Mauerverschönerung durch koreanische Hand ist der Gastgeber gespannt. Kunstinteressiertes Publikum kann die Resultate dann spätestens Ende diesen Monats bewundern.

Von Antje Mahrhold

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