Komplizierte Fuß-OP in Stendal geglückt / Chefarzt operiert Neunjährige unentgeltlich

Bibi (9) aus Afghanistan kann wieder laufen

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Nach der OP machte die neunjährige Afghanin mit Dr. André Benthien erste Gehversuche.

Stendal. Bibi ist neun. Sie stammt aus einer ländlichen Region um Kundus in Afghanistan, humpelte ihr Leben lang. Sie wurde mit einem Klumpfuß geboren. Ihr linker Fuß war nach innen gedreht, die Sohle schaute seitlich nach oben.

Am Johanniter-Krankenhaus in Stendal hat Dr. André Benthien, Chefarzt der Orthopädie, eine schwierige Operation gewagt.

Bibis linker Fuß war nach innen gedreht. Knochen im Rückfuß, Fußwurzelknochen und Fersenbein mussten durchtrennt und um 60 Grad neu ausgerichtet werden.

„Knochen im Rückfuß, Fußwurzelknochen und Fersenbein mussten durchtrennt und um 60 Grad neu ausgerichtet werden. Versteifungen einzelner Gelenke und die Stabilisierung des Fußgerüstes mit Drähten waren nötig. Die Sehnen, Gefäße und Nerven durften während dieser aufwändigen, rund zweieinhalb Stunden dauernden Operation nicht verletzt werden“, erklärt Dr. Benthien. Bibi kann jetzt wieder laufen und wird in wenigen Tagen zu ihren Eltern nach Afghanistan zurück kehren.

Hierzulande wird diese gar nicht so seltene Skelettstörung in den ersten Lebenstagen mit einem Gips korrigiert, dann mit etwa zwölf Lebenswochen operiert. Genügt es bei einem Säugling, einige Sehnen und Gelenkbänder zu verlängern und einen Gips anzulegen, ist die Korrektur bei einem neunjährigen Kind weitaus schwieriger.

Bibis Fuß hat jetzt eine normale Stellung. In wenigen Tagen kann das Kind nach Hause.

In diesen Tagen war Bibi zur Entfernung von Drähten und zur Kontrolle noch einmal in der Klinik. „Sie wird im Gegensatz zu früher auf beiden Beinen laufen können und mit einem entsprechenden orthopädischen Schuh ein normales Gangbild erreichen“, sagt Dr. Benthien voraus.

Etwa ein- bis zweimal im Jahr hilft das Team um Dr. Benthien Kindern, die die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ nach Deutschland holt. Es sind verletzte oder kranke Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten, denen in ihrer Heimat die notwendige medizinische Versorgung verwehrt ist. Bibi war eines von ihnen. Mit dem neuen Fuß hat sie nun in ihrer Heimat eine Chance.

Als caritative Leistung bezeichnet der Orthopäde den Eingriff, den er und sein Team unentgeltlich erbracht haben. Ein Johanniter-Krankenhaus sei nicht nur der Wirtschaftlichkeit, sondern dem Menschen verpflichtet, betonte er.

Von Ulrike Meineke

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