Tangermünde und Stendal üben Schulterschluss für Sachsen-Anhalt-Tage 2018 und 2022

„Kommen uns nicht in die Quere“

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Trubel pur: Der 11. Sachsen-Anhalt-Tag 2007 in Osterburg ist zugleich die 850-Jahr-Feier der Biesestadt gewesen.

Tangermünde. Ende Oktober will Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos) ein ausreichend begründetes Papier für einen möglichen Sachsen-Anhalt-Tag 2018 in Tangermünde vorlegen. „Wenn Sie mich rein privat fragen, ist so ein Landesfest natürlich überaus verlockend.

Doch ein Bürgermeister sollte nicht unbedingt emotional handeln und muss bei einer denkbaren Bewerbung zwingend auf den Haushalt seiner Stadt schauen. “ Dass sich Tangermünde und Stendal, das gute Karten für diese Mammutveranstaltung im Jahre 2022 hat, irgendwie behindern würden, glaubt der Elbestädter nicht. „Es wären vier Jahre dazwischen. Das könnte die Region stemmen, keiner würde dem anderen da etwas wegnehmen, denke ich. Wir kommen uns nicht in die Quere. “.

Dass das alljährliche Stelldichein möglichst ausgeglichen über das Gebiet von Sachsen-Anhalt verteilt stattfinden sollte, gilt als ein ungeschriebenes Gesetz. Mit Sangerhausen in diesem Jahr und Lutherstadt Eisleben 2017 liegen gleich zwei Ausrichter im Landkreis Mansfeld-Südharz und auf der Landkarte eben tatsächlich recht weit unten. Die Chancen für Tangermünde und Stendal dürften somit nicht die schlechtesten sein. „Aus der Staatskanzlei in Magdeburg kam die Anfrage, und wir sind erst einmal für alles offen, müssen aber ganz genau prüfen, ob wir den Sachsen-Anhalt-Tag auch personell und finanziell stemmen können“, bekräftigt Bürgermeister Pyrdok im Gespräch mit der AZ.

Tangermünde steht in der Altmark nicht allein. Stendal hat das Landesfest bereits einmal 1997 ausgerichtet, Osterburg 2007 und Gardelegen 2011. Pyrdok und Mitarbeiter wollen sich Rat holen. Wer organisierte was wie, wie viel Geld kostete das Ganze und was hat es der Stadt letztendlich gebracht, was ist hängen geblieben über das eigentliche Fest hinaus? Diese und ähnliche Fragen sollen beantwortet werden, bevor dem Stadtrat überhaupt ein Papier für die weitere Diskussion vorgelegt werden kann. Osterburg habe übrigens bereits umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Seitdem die Biesestädter ganz Sachen-Anhalt zu Besuch hatten, seien allerdings auch schon wieder fast zehn Jahre vergangen. Und gerade hinsichtlich der Sicherheitsvorschriften sei alles noch einen deutlichen Zacken schärfer geworden, weiß der Tangermünder Bürgermeister.

Stendal begrüßt die Initiative in Tangermünde. „Dieses Fest in unserer Region, in der Nachbarstadt, kann für beide Städte und für die Altmark nur von Nutzen sein. Hinsichtlich der großen Resonanz, der Besucherzahl und der kulturellen und wirtschaftlichen Aspekte“, glaubt Klaus Ortmann. Ins Gehege kommen würden sich beide Städte als potenzielle Ausrichter „in keiner Weise, da die Termine zeitlich weit genug auseinanderliegen“. Die Hansestadt Stendal werde in jeder machbaren Form Tangermünde unterstützen, wie übrigens schon zuvor die Städte Osterburg und Gardelegen, so der Stadtsprecher. Zumal es sich um keine Einbahnstraße handele: „Das letzte Fest in Stendal liegt jetzt schon 19 Jahre zurück. Wir sind also auf die Erfahrungen jüngerer Ausrichter angewiesen und können dabei natürlich profitieren.“

Von Marco Hertzfeld

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