Dom-Sommermusik erlebt Höhepunkt in der Stendaler Bürgerkirche

Kinderchor bezaubert mit einzigartigem Klang

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Unter Leitung von Ulrich Kaiser ließ sich der MDR-Kinderchor vom Leipziger Barockorchester bei seinem Konzert in der Stendaler Marienkirche begleiten.

Stendal. Klangvoller und festlicher konnte der Höhepunkt der Sommermusiksaison der Stendaler Domkantorei nicht verlaufen. Der MDR-Kinderchor gestaltete unter Leitung von Ulrich Kaiser mit dem Leipziger Barockorchester ein großes Konzert in der rolandstädtischen Marienkirche.

Der einzige ARD-Kinderchor, einst von Professor Hanns Sandig gegründet, verfügt über eine ebenso einzigartige Klangreinheit, geprägt durch die natürliche Stimmkraft der Mädchen und Jungen. Im Eingangsstück, „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736), wird die großartige Zartheit und Innigkeit der Mariendichtung verdeutlicht, die die klassische Ausdruckskraft um Jahrzehnte vorweg nimmt.

Wehmut und erhabener Ernst gelangen dem Chor im Gewölbe des Kirchenschiffs meisterlich vom Orchester auf historischen Instrumenten begleitet. Der Dirigent gestaltete insbesondere das Chorduo „Sancta mater, istud agas“ zum bleibenden Erlebnis, das neben polyphonischen Elementen in klassischer Reinheit entstand.

Einem Intermezzo nach der Pause Händels Concerto Grosso F-Dur Op. 6 Nr. 9. Henry Purcell (1659–1695) wurde beim britischen Königshaus zum Vermittler zwischen Stilepochen und Nationaleigenheiten. Dabei fand er zu eigenem englischen Nationalstil. Die vorgetragenen Weisen entstanden unter anderem für Queen Mary. Mit „Strike the viol“ entwickelte der Komponist eine betörende Melodie auf grundierendem Bass, die vom MDR-Kinderchor adäquat neben anderen Kompositionen des Engländers vorgetragen wurde und die das besondere Erlebnis bekräftigten.

Last but not least erhob sich schließlich Mozarts „Missa brevis D-Dur“ zum harmonischen Finale des Abends. Noch einmal brillierten Kinderstimmen vereint mit dem Orchester unter ihrem musikalischen Leiter. In andächtiger Stille nahmen die zahlreich Anwesenden den Genuss in sich auf und zollten in minutenlangem Beifall Respekt vor der Leistung.

Von Ulrich Hammer

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