Stadt nimmt 24 Arten unter die Lupe und ersetzt kranke Exemplare doppelt

Kettensäge im Bebel-Park trifft sechs der 390 Bäume

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Bodo Potratz und Collie „Arko“ verbringen regelmäßig Zeit im August-Bebel-Park.

Stendal. Die ältesten Exemplare weisen mehr als 100 Jahresringe auf und ihr Stammumfang beträgt bis zu 4,80 Meter. 390 Bäume stehen im August-Bebel-Park, der grünen Lunge Stendals. Im Herbst rücken naturgemäß noch einmal verstärkt Grünpfleger an.

Dabei geht es nicht allein um Laub, auch altersschwache und kranke Bäume fallen. An sechs Stämmen wird die Kettensäge angesetzt, da die sogenannte Verkehrssicherheit gefährdet sei. Unter anderem muss eine Pappel an der Uchte weichen. Für alle sechs Bäume soll im Herbst nächsten Jahres Ersatz gepflanzt werden, und das sogar im Verhältnis 1:2. „Somit werden bei sechs Baumfällungen insgesamt zwölf Bäume nachgepflanzt“, informiert Stadtsprecherin Sandra Slusarek. Zuletzt wurden im April 2016 nach Baumfällungen zwölf Mehlbeeren neu gesetzt.

„Ersatzpflanzungen erfolgen mit dem Ziel, einen Ausgleich für Eingriffe in die natürliche Landschaft zu erreichen und die Auswirkungen der Eingriffe zu minimieren.“ Der Baumbestand sei insgesamt in einem guten Zustand. Im August-Bebel-Park nahe dem Ostwall sind 24 verschiedene Arten vertreten. Den überwiegenden Anteil nehmen Ahorn, Linden, Buchen, Hainbuchen und Wildkirschen ein. „Im Park findet man sehr alte Exemplare an Eichen, Buchen, Silberahorn, Trauerweiden und Linden. Einige dieser Bäume standen bereits vor der Anlage des Parks um 1906 dort.“ Eine komplette Pflege stehe regelmäßig im Frühjahr an. Dabei habe ein Gutachter dieses Jahr neben den sechs Fällungen auch eine Sicherung zweier anderer Bäume empfohlen, um ihnen einen besseren Stand zu geben, so Slusarek auf Anfrage der AZ.

Bäume kosten Geld und auch die Stadt bekommt sie nicht umsonst, im Regelfall jedenfalls nicht, es sei denn, es gibt Spender und Sponsoren. Ein Beispiel: Für die Pflanzung eines Laubbaumes mit einem Stammumfang von zwölf bis 14 Zentimetern fallen laut Slusarek im Durchschnitt circa 120 Euro für die Baumschulware, rund 90 Euro für die Pflanzung sowie etwa 110 Euro für Pflege und Wässerung in den ersten Standjahren an. Unterm Strich sind das also gut 320 Euro.

Einen detaillierten Blick auf den Stendaler Baumbestand erlaubt ein Zustandsbericht aus dem zuständigen Amt für technische Dienste, der schon in Kürze vorgestellt werden soll.

Von Marco Hertzfeld

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