Trotz kleiner Mängel: Betten, Küche, Bad neben Nebelraum und Werkstatt

Für Katastrophenfall bereit

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Ronald Schenk, Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) und Chef von insgesamt sechs Feuerwehrtechnik-Experten zeigte den Ausschussmitgliedern, unter anderen dem 2. Beigeordneten Sebastian Stoll, das Gebäude.

Arneburg. Löcher im Dach und undichte Panorama-Fensterfugen machen Sorgen.

Doch zunächst ein Blick auf den 23. September 2015 – die AZ berichtete, dass auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) im Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) bei Arneburg Zäune gezogen und Sanitär-Container aufgestellt werden. Der Blick ins Gebäude blieb zu jenem Zeitpunkt verwehrt.

Damals bereitete man sich auf die Unterbringung von maximal 105 Flüchtlingen vor. Diese kamen nie. Gerade weil die Verantwortlichen im Landkreis bessere Möglichkeiten fanden. Die Zentrale ist trotzdem auf die Notunterbringung vorbereitet – egal für welchen anzunehmenden Katastrophenfall.

Doppelstockbetten, Spinte für die Habseligkeiten, Herde zur Zubereitung warmer Speisen und ein Kantinenraum warten auf mögliche Nutzer. Diese waren im Flutjahr 2013 vom Hochwasser betroffen oder für den Katastrophenschutz im Einsatz und im FTZ untergebracht.

Der offizielle Blick hinter die Kulissen wurde nun in dieser Woche möglich, da das Gebäude Mängel aufweist. Die Zentrale ist in die Jahre gekommen. Im Treppenhaus bröckelt durch das genannte undichte Dach der Putz an mancher Stelle. Und auch die großen Fenster lassen im Winter mehr Kälte und Feuchtigkeit hinein, als dass sie davor schützen würden. Die Ausschussmitglieder sahen sich zusammen mit Leiter Ronald Schenk das Gebäude an, bekamen neben den Unterkünften unter anderem die Löschschlauchprüfanlage zu sehen.

Einst in den 1980er Jahren als Feuerwehrzentrale des nie in Betrieb genommenen Kernkraftwerks (KKW) Stendal in Sichtweite des Atommeilers gebaut, wurde das Haus 1994 zu FTZ des Landkreises in Betrieb genommen.

In dieser wird von insgesamt sieben Angestellten unter anderem Technik der Feuerwehren im Landkreis Stendal geprüft sowie jeder Wasserschlauch alle 18 Monate unter die Lupe genommen. Und es werden Brandschützer zum Beispiel im Nebelraum im Umgang mit Atemschutz in engen Räumen geschult.

Von Alexander Postolache

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