Nach der Miniermotte setzt ein Bakterium den Bäumen zu

Kastanien im Dauerstress

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Das Schadbild an einer Rosskastanie: blutende Stellen bzw. eine dunkle Verfärbung unter der Rinde.

mei Altmark. Seit Jahren setzt der Kastanie die Kastanien-Miniermotte zu. Die verfrühte Braunfärbung der Blätter im Sommer und der vorzeitigen Laubfall machten es für jeden sichtbar. Der frühe Verlust der Blätter ist vor allem ein ästhetisches Problem.

Nun aber sind die Bäume tatsächlich in Gefahr, attestiert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), konkret der Landesverband Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg.

Denn Wissenschaftler beobachten nach Angaben der SDW zusätzlich den Befall mit einem Bakterium namens Pseudomonas syringae, das die Bäume zum Absterben bringt. Das Bakterium zerstört die Leitungsbahnen und macht den Wasser- und Nährstofftransport unmöglich. Betroffen ist die Hälfte aller Kastanien bundesweit, sowohl junge als auch alte Bäume. Einige Städte haben bereits große Ausfälle zu beklagen. Das Schadbild: Die befallenen Rosskastanien zeigen blutende Stellen vom Stamm bis zur Krone, ein teilweises Absterben der Kronen oder eine dunkelbraune bis schwarze Verfärbung unter der Rinde sowie Stamm- und Astrisse.

Ein Gegenmittel gibt es, außer dem Fällen der Bäume, nicht. Das Sammeln der von der Miniermotte befallenen Blätter im Herbst erhöht die Überlebenschance. Momentan werden keine weiß und rot blühenden Kastanien mehr in den Städten gepflanzt. Bei Nachpflanzungen verwendet man die gelbblühende Kastanie, die gegen die Motte und das Bakterium resistent zu sein scheint. Hoffnung besteht auch langfristig, in den natürlichen Wildpopulationen resistente Arten zu finden oder in Baumschulen genetische Resistenzen zu züchten.

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