Teestube Maranata: Barbara Miesterfeldt sucht nach Personal / Sieben Deutschkurse im Programm

„Kann mich vor Arbeit kaum retten“

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In der Teestube „Maranata“ kümmert sich Barbara Miesterfeldt um die Nöte und Belange junger geflüchteter Menschen. Für die Zukunft wünscht sie sich angesichts des steigenden Arbeitsaufwandes eine zusätzliche Mitarbeiterin.

Stendal. Momentan leben 1306 Flüchtlinge im Landkreis Stendal. Diese Zahl präsentierte Landrat Carsten Wulfänger kürzlich im Kreis-, Vergabe- und Personalausschuss. Knapp 2000 geflüchtete Menschen waren es noch zu Beginn des Jahres.

Für Barbara Miesterfeldt, die sich in ihrer Teestube „Maranata“ vor allem um geflüchtete Kinder und Jugendliche kümmert, bedeutet dieser Rückgang jedoch nicht weniger Arbeit. „Ich kann mich vor Arbeit kaum retten“, so Miesterfeldt im AZ-Gespräch.

Die Zahlen des Landkreises würden bei der täglichen Arbeit in der Teestube kaum ins Gewicht fallen. „Wir könnten hier täglich bis spät in die Nacht hinein arbeiten“, beschreibt die „Maranata“-Chefin die aktuellen Zustände. Denn die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die zumeist im Stadtseegebiet wohnen, würden immer noch gerne ihre Freizeit in der Teestube verbringen. „Das Programm ist ja trotzdem da“, so Miesterfeldt, auch wenn es aktuell keinen neuen Zustrom an geflüchteten Menschen im Landkreis gibt.

Das Programm der Teestube besteht weiterhin, auch bei stagnierenden oder sinkenden Flüchtlingszahlen.

Momentan bieten Barbara Miesterfeldt und ihr Team sieben Deutschkurse an. Diese sind voll belegt. Alles in allem etwa 130 Menschen versuchen momentan, der deutschen Sprache Herr zu werden. Aber es sind eben nicht bloße Deutschkurse – die Betreuung geht weit darüber hinaus. „Wir begleiten die jungen Menschen auch bei Terminen für ihre Asylverfahren und helfen bei Organisatorischem.“ Die Jugendlichen wissen, dass das Büro von Barbara Miesterfeldt nahezu immer für ihre Fragen offen steht. Und diese Möglichkeit nutzen sie auch. „Man macht schon oft eine Stunde länger, aber die Schlange vor dem Büro wird immer größer“, beklagt die „Maranata“-Chefin den Arbeitsaufwand.

Die Belastung ist so hoch, dass sich Miesterfeldt sogar eine zusätzliche Mitarbeiterin vorstellen könnte. Zudem gibt es für die am Dienstag, 6. September, beginnenden Kurse bereits die ersten Anmeldungen. „Bislang hatten wir gemischte Kurse, in diesem Kurs werden ausschließlich syrische Frauen sein. Aber das kann sich auch wieder ändern.“

Außerdem kooperiert die Teestube mit anderen Institutionen wie einem karitativen Netzwerk vor Ort. Das Netzwerk unterstützt die älteren Geflüchteten bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. „Das wird sehr gut angenommen“, so Miesterfeldt.

Von Mike Höpfner

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