Telekom greift an: 16 500 Haushalte in Stendal sollen versorgt werden

Bürgermeister erteilt Breitband-Zweckverband eine Absage

+
Andreas Meyer, Regiomanager im Infrastrukturvertrieb, Oberbürgermeister Klaus Schmotz und technischer Projektleiter Jörg Sander zeigen eines der Kabel, durch die Glasfaser geschoben werden sollen.

Stendal. Jüngst hat der Stendaler Stadtrat von der Verwaltung gefordert, dass alle Möglichkeiten zum Einrichten von schnellem Internet geprüft werden sollen. Nun prescht die Telekom vor: Mit 100 Mb sollen bereits Ende 2016 auch Haushalte und Betriebe außerhalb der Innenstadt angebunden werden.

Bei einem Ortstermin an einem Schaltkasten in der Osterburger Straße findet Oberbürgermeister Klaus Schmotz sehr deutliche Worte für die immer wieder angefragte Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Breitband Altmark (ZBA). Der Verband der beiden Altmark-Kreise versucht, vor allem das strukturschwache Land mit Breitband-Anschlüssen zu versorgen. „Ich sehe keine Veranlassung, dem Zweckverband beizutreten“, sagte Schmotz. Der ZBA wirke vor allem im ländlichen Bereich. Im städtischen Bereich gäbe es andere Voraussetzungen. „Die Telekom setzt Signale. Ihre Marktoffensive hat gezeigt, dass es für Stendal andere Lösungen gibt.“

Dabei liefert der private Anbieter nicht die Daten-Ladezeiten wie der ZBA sie seinerseits bewirbt: 1000 Mb seien mit deren Technik möglich – ein Ausbau von Glasfaserkabeln bis direkt ins Dorf. Die Telekom spricht von nur einem Zehntel dieses Werts. Sie nutzt dafür einen Technologiemix, bei dem Glasfaserkabel zwischen den Schaltkästen zum Einsatz kommen sollen und als (Zitat Telekom) „Espresso für das Kupferkabel“ zwischen Schaltkasten und Wohnung ein „Vectoring-Verfahren“ genutzt wird. Fakt bleibt: Das angekündigte Lade-Tempo der Telekom ist kleiner als das des ZBA. Aber es bleibe die Frage: „Was braucht man“, meint Schmotz. Andreas Meyer, Regiomanager im Infrastrukturvertrieb des privaten Unternehmens, betont, mit seinem Verfahren seien Fernsehen, Internet und Telefonieren gleichzeitig möglich. Und das betreffe künftig potenziell 16 500 Haushalte – alle mit der 03931-Vorwahl.

Um die Kabel in Stendal zu verlegen, muss punktuell im Stadtgebiet gegraben werden, um Glasfaserkabel von Schaltkasten zu Schaltkasten zu schieben. Man investiere im niedrigen Millionenbereich, sagen Meyer und der technische Projektleiter Jörg Sander. 25 Kilometer des Materials werden verlegt. Jeder Kilometer koste 70 000 Euro, heißt es vom Unternehmen. Wären 1,75 Millionen Euro. Die Stadt Stendal selbst müsse nichts weiter ausgeben, erklärt Schmotz – das private Unternehmen investiert allein. Man werde aber alle Genehmigungen, die für den Ausbau des Netzes nötig sind, möglichst schnell umsetzen, verspricht Schmotz. Denn schnelle Internetverbindungen seien „für die Unternehmen Grundvoraussetzung des wirtschaftlichen Erfolgs und wichtiger Standortvorteil für die Stadt und ihre Ortsteile.“

Von Kai Hasse

Kommentare