Fraktionen des Stendaler Rates machen Breitband-Druck

Internet: Stadt prüft alle Optionen

+

Stendal. In seltener Eintracht machen die politischen Parteien der Stadt Druck: In einem gemeinsamen Antrag fordern alle Fraktionen des Stadtrates, dass die Stadt Stendal klären soll, wie es möglich ist, die ganze Hansestadt mit Breitband-Internet zu versorgen.

Bis Ende des Monats soll es eine Information der Stadt dazu geben. Dabei soll die Stadt auch prüfen, ob sie dem kommunalen Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) beitreten könnte, der vor drei Jahren von beiden Altmarkkreisen gegründet wurde.

Bisher ist die Stadt nicht in dem Verbund, der versucht, im strukturschwachen Norden Sachsen-Anhalts auch und besonders auf dem Land für schnelles Glasfaser-Internet zu sorgen. Es geht um Wirtschaftsfaktoren: Schnelles Internet kann die schlechten Verkehrsbedingungen ausgleichen, weil viele Firmen per Internet arbeiten können. Häuser mit Breitband-Zugang sind wertvoller – ohne verkaufen sie sich schwer.

Stadt-Sprecher Klaus Ortmann erklärt, dass man bisher dem ZBA nicht beigetreten war, weil man durch die private Telekom einen Anbieter habe, der für ein gutes Netz sorge. Bisher gilt das aber hauptsächlich für die Innenstadt. „Insbesondere in den Gewerbegebieten, im östlichen Stadtgebiet und in einigen Ortschaften ist lediglich eine Grundversorgung von bis zu fünf Megabit pro Sekunde vorhanden“, kritisiert der Antrag der Parteien. Im Privatbereich und bei Unternehmen werde das schnelle Internet eine steigende Bedeutung haben, heißt es weiter.

Ortmann erklärt, dass die Telekom einen Ausbau von schnellem Internet auch in den Ortschaften bis Ende 2018 zugesichert habe. Er macht allerdings auch deutlich, dass – wie überall – mehrere Internet-Versorger im Wettbewerb liegen. Das bedeute Druck für die Telekom, möglichst schnell ein gutes Netz aufzubauen? Oder würde man auch wieder Gespräche mit dem ZBA aufnehmen? Stadt-Sprecher Ortmann schließt zumindest nichts aus. „Wir werden nochmal alle Optionen prüfen“, sagt er. „Und der ZBA als Option kann dabei auch ein Ergebnis der Prüfung sein.“

Von Kai Hasse

Kommentare