Hoffen auf „Win-Win“

Informationsvormittag in Iden zur Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt

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Ins Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden (LLG) kamen zirka 40 Interessierte. Eine Handvoll suchte das Gespräch mit Minister Hermann Onko Aeikens.

Iden. „Hier brennt die Hütte.“ Eine Informationsveranstaltung in Iden brachte gestern Fakten auf den Tisch und legte offene Fragen dar. Die oftmals aus Mangel der Zuständigkeit „mit nach Magdeburg“ genommen werden mussten.

Mit den Worten „Integration durch Arbeit“ lässt sich die Informationsveranstaltung kurz zusammenfassen, die gestern Vormittag im Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden (LLG) rund 40 Bürger interessierte, welche mehr oder weniger im Norden des Landes Sachsen-Anhalt mit dem Thema Landwirtschaft zu tun haben. Der zuständige Minister Hermann Onko Aeikens ergriff zunächst das Wort. Schmeichelnde Sätze zur Altmark, deren Dörfer ein schöneres Erscheinungsbild bieten würden, als manch andere Region des Bundeslandes, sollten die Stimmung lockern. Bevor vom Minister für Landwirtschaft und Umwelt dann das ernste Thema Flüchtlinge und deren Integration in der Bevölkerung und vor allem auf dem Arbeitsmarkt in der Ländlichkeit angegangen wurde.

Es komme eine „Win-Win-Situation“ auf die Landwirte zu. Denn trotz gestiegener Zahlen an Auszubildenden, habe die Landwirtschaft immer noch starken Bedarf an Arbeitskräften. Und dies trotz der bereits gemachten Erfahrungen mit EU-Arbeitnehmern aus Polen und Rumänien. Der ländliche Raum biete ohnehin ein großes Potenzial, was die Integration angehe. „Man kennt sich, die Kommunikation funktioniert“, macht Aeikens deutlich. Familien, Kirchengemeinden und Verbände wie das Deutsche Rote Kreuz würden die „erste Hilfe“ gut leisten. Das interessierte die Anwesenden schon, sicherlich. Und fand auch Zustimmung.

Doch jene, die sich gestern zu Wort meldeten und dem Minister Fragen stellten, nannten grundlegendere Probleme. Die den Gedanken an einen möglichen Arbeitsmarkt für Flüchtlinge erst einmal in den Hintergrund zu stellen schien.

Die Redner gaben dem Minister – dessen Ressort laut Ministerialdirigent Dr. Ekkehard Wallbaum nicht für alle Anregungen zuständig sei – unter anderem mit auf den Weg, dass es zu wenige Sozialarbeiter gebe, die im Schlüssel 1:100 (ein Sozialarbeiter auf 100 Flüchtlinge) das Pensum an Arbeit kaum bewältigen könnten. Zudem wurde die Idee eingebracht, Asylbewerber mit vielseitigen Sprachkenntnissen an Schulen als Übersetzer einzusetzen.

Urs Niklaus, ein aus der Schweiz stammender Landwirt, welcher in der Einheitsgemeinde Tangerhütte aktiv Hilfe für Flüchtlinge betreibt, machte des Weiteren auf das Problem aufmerksam, dass Bürokratie zum Teil zu viele Wege nötig mache. „Wenn ein Kind krank wird, müssen wir zum Arzt, zum Amtsarzt nach Stendal und wieder zum behandelnden Mediziner“.

Der Minister will die Anregungen an die zuständigen Stellen weitergeben. Und verwies auf das eigentliche Thema, die Integration durch Arbeit (Bericht folgt).

Von Alexander Postolache

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