Rekord: 456 Grippefälle

Die Influenza hat den Landkreis Stendal im Jahr 2015 voll erwischt

Stendal. 2015 war ein Rekordjahr bei Grippeerkrankungen – besonders im Landkreis Stendal. 456 Influenza-Fälle wurden dem Robert-Koch-Institut gemeldet – im Vorjahr waren es nur 24, im Jahr 2013 lag die Zahl der Grippe-Fälle bei 129.

In den Jahren 2001 bis 2006 registrierte das Institut in der östlichen Altmark jeweils nur eine Erkrankung. Damit hatte der Landkreis Stendal gemeinsam mit dem Kreis Wittenberg und Dessau-Roßlau sowie dem Burgenlandkreis 2015 die höchste Grippezahl seiner Geschichte.

Ein Vergleich: Im benachbarten Altmarkkreis Salzwedel gab es 2015 genau 96 Grippe-Erkrankungen, im Vorjahr 2014 gar keine.

„Die meisten Patienten verfügten über keinen aktuellen Impfschutz“, kommentiert Thomas Nawrath, Landessprecher der Barmer-Krankenkasse in Sachsen-Anhalt. Mit Blick auf die Statistik des Robert-Koch-Instituts bilanziert Nawrath: „Landesweit wurden bis zum Jahresende 2015 genau 6677 Grippeerkrankungen gezählt, hingegen gab es in ,normalen´ Jahren nur etwa 200 bis 600 in Sachsen-Anhalt.“ Noch höhere Grippezahlen als aktuell hat das Institut für Sachsen-Anhalt lediglich im Jahr 2013 (6864 Fälle) erfasst. Ähnlich hoch war der Wert im Jahr 2009 (6664), als vor allem im Norden des Landes die Influenza-Grippe grassierte.

Auffallend ist für Nawrath, dass die Grippezahlen ab 2007 sprunghaft zugenommen haben und seitdem meist bei mehr als 600 Erkrankungen pro Jahr liegen.

Nur im Altmarkkreis Salzwedel und im Jerichower Land gab es Anfang der 2000er-Jahre gar keine oder nur eine Handvoll Grippefälle.

Nach der Grippe ist vor der nächsten Grippe, sagt Nawrath und rät zur Grippeschutzimpfung. Laut einer aktuellen Studie des Koch-Instituts klafft bei der saisonalen Influenza eine erschreckend große Impflücke von 65 bis 70 Prozent. Besonders feucht-kalte Wintertage, wie sie von Januar bis März häufig auftreten, begünstigen die Ausbreitung der Viren, wenn kein ausreichender Schutz besteht. Nawrath: „Impfmuffel sollten sich deshalb überwinden und schnellstmöglich zu ihrem Hausarzt oder den speziellen Sprechstunden der Gesundheitsämter gehen.“ Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Impfkosten.

Der Sprecher der Barmer-Krankenkasse erinnert daran, dass deutschlandweit jedes Jahr 8000 bis 11 000 Menschen an Grippe sterben.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © dpa

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